Brasilianische Polizei nimmt Mann fest Betrüger gibt sich in Brasilien als Osnabrücker Bischof aus

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Festnahme in Brasilien: Der falsche Kardinal soll nach Deutschland ausgeliefert werden. Screenshot: noz.deFestnahme in Brasilien: Der falsche Kardinal soll nach Deutschland ausgeliefert werden. Screenshot: noz.de

dpa/hav/KNA São Paulo. Die brasilianische Polizei hat einen 66-jährigen Deutschen festgenommen, der sich seit Jahren unter falschem Namen als ranghoher Geistlicher ausgegeben haben soll. Auch als Osnabrücker Bischof stellte sich der Mann vor. Er feierte Messen und nahm die Beichte ab. Nun soll er innerhalb der nächsten 15 Tage ausgewiesen werden.

Die Festnahme sei bereits vorige Woche in São Paulo erfolgt, wie die zuständige Polizeistation am Montag bestätigte. Der Mann, dessen tatsächlicher Name in der brasilianischen Presse als Wolfgang Schuler angegeben wird, solle nach Deutschland ausgewiesen werden. São Paulos Erzbischof Odilo Pedro Scherer hatte vor rund zwei Wochen in einem Rundschreiben vor dem Mann und dessen Praktiken gewarnt. Er habe sich unter anderem als Bischof von Osnabrück, Kardinal und apostolischer Visitator ausgegeben und auch Messen zelebriert.

Messen und Beichte

Dabei soll er gefälschte Papiere genutzt haben. Einer seiner Namen war „Fr. André Cardeal von Hohenzollern“ (Bruder André Kardinal von Hohenzollern). Er nahm nach Angaben der Erzdiözese sogar Beichten ab. Auch bei der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in São Paulo wurde der Mann vor etwa einem halben Jahr vorstellig. Er habe sich als Mönch des Kartäuser-Ordens ausgegeben, der Geld brauche, um in sein Kloster zurückzukehren, berichtete Pfarrer Georg Fischer am Montag. Allerdings musste der vermeintliche Mönch unverrichteter Dinge wieder abziehen, da er verlangte Dokumente nicht vorlegen konnte.

Vor Festnahme nicht informiert

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage, das Bistum Osnabrück habe von dem Hochstapler vor seiner Festnahme nichts gewusst.

Schuler soll bereits im Jahre 2003 im nordöstlichen Bundesstaat Bahia von der Polizei mit gefälschten Papieren aufgegriffen worden sein. Einer drohenden Deportierung nach Deutschland habe er sich damals aber entziehen können.

In der Stadt Mogi das Cruzes im Landesinnern von Sao Paulo bat Schuler zuletzt in einem Kloster um Unterkunft. Gegenüber den Mönchen gab er sich als Verwandter der deutschstämmigen Suzane von Richthofen aus, die in einem Gefängnis im Bundesstaat Sao Paulo eine Haftstrafe von 39 Jahren verbüßt. Richthofen hatte im Jahre 2002 ihre Mutter und den Vater, angeblich ein entfernter Verwandter des deutschen Weltkriegspiloten Manfred von Richthofen, ermordet.

Gegenüber den Mönchen gab Schuler an, Suzane von Richthofen im Gefängnis besuchen zu wollen. Nachdem diese jedoch erklären ließ, den angeblichen Verwandten nicht zu kennen, schöpften die Mönche Verdacht und alarmierten ihre Vorgesetzten. Schuler reiste daraufhin nach Sao Paulo weiter, wo er schließlich festgenommen wurde. Laut Medienberichten hat die Bundespolizei bereits Reisepapiere für Schulers Ausweisung beim deutschen Generalkonsulat in Sao Paulo angefordert.


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