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Landwirte und Schafhirten üben Kritik Neun tote Schafe im Kreis Diepholz – war es ein Wolf?

Von dpa

Spuren deuten darauf hin, dass die Schafe im Kreis Diepholz von einem Wolf gerissen wurden. Die DNA-Proben stehen aber noch aus. Foto: dpaSpuren deuten darauf hin, dass die Schafe im Kreis Diepholz von einem Wolf gerissen wurden. Die DNA-Proben stehen aber noch aus. Foto: dpa

Twistringen. Wieder neun tote Schafe – und Sorgen, dass ein Wolf die Tiere gerissen haben könnte. Die Spuren im Kreis Diepholz deuten darauf hin. Landwirte und Schafhirten kritisieren den Vormarsch der Wölfe.

Drei mutmaßliche Angriffe auf Tiere innerhalb eines Monats – treibt ein Wolf sein Unwesen im Landkreis Diepholz? In Rüssen in der Gemeinde Twistringen sind schon am Freitag neun tote und fünf verletzte Schafe gefunden worden. Nach Angaben des zuständigen Wolfsberaters Lars Pump deuten die Art der Wunden und die Bissspuren auf einen oder mehrere Wölfe hin. „Ich habe erst einmal DNA-Proben genommen und die zu einem Forschungsinstitut geschickt“, sagte der Experte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. „Es kann aber noch Wochen dauern, bis wir ein Ergebnis haben.“

DNA-Probe steht noch aus

Erst wenige Tage zuvor waren im rund 15 Kilometer entfernten Drebber ebenfalls acht tote Schafe gefunden worden. Auch dort gibt es den Verdacht, dass einer oder mehrere Wölfe die Tiere gerissen haben könnten. Das Ergebnis der DNA-Probe steht noch aus. „Ob es sich um die gleichen Tiere handelt, ist ebenfalls noch nicht klar“, sagte Wolfsberater Pump. „Wölfe können aber locker rund 30 bis 40 Kilometer in einer Nacht laufen.“

Keine Fotos

Bereits Anfang November wurden drei tote Schafe im nahen Barnstorf gefunden. Auch in diesem Fall gehen die Wolfsexperten davon aus, dass ein Wolf die Tiere angegriffen hat. Laut Wolfsberater Marcel Holy gibt es zahlreiche Hinweise, dass im Landkreis einer oder mehrere Wölfe leben. Fotografiert werden konnte aber bislang nur ein Wolf.

Fünf Rudel im Land

Aus der Sicht der Landesjägerschaft verbreiten sich Wölfe derzeit unerwartet schnell im Norden. Schätzungen zufolge lebten derzeit etwa fünf Rudel in Niedersachsen. In diesem Jahr wurden mindestens 20 Welpen geboren. Das sorgt gerade bei den Landwirten und Schafhirten für Kritik. Man müsse sich deshalb fragen, ob dem Vormarsch der Wölfe in Zukunft Grenzen gesetzt werden müssten, sagte Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, erst kürzlich. „Wir sind jedoch überzeugt, dass es langfristig möglich ist, Wölfe hier in Niedersachsen zu haben.“

Das sieht das Landvolk Niedersachsen anders: „Der Wolf ist ein Raubtier, das macht eine Koexistenz mit anderen Tieren schwierig“, sagte die Sprecherin des Verbandes, Gabi von der Brelie. Es sei die Frage, ob es überhaupt einen Schutz für Tiere geben könne. Sie betonte: „Es wird noch mehr Wolfsangriffe geben.“

Wolfsnachweise in Niedersachsen: Klicken Sie auf die Symbole für mehr Informationen (e = Einzelnachweis; p = Wolfspaar; r = Rudel).


Quelle: Landesjägerschaft Niedersachsen; Karte: Google/yjs