Keine Einigung auf Arbeitgeber-Angebot Caritas-Verhandlungen vertagt

Eine schwierige Aufgabe: Die Pflege alter Menschen. Foto: dpaEine schwierige Aufgabe: Die Pflege alter Menschen. Foto: dpa

Osnabrück. Die Tarifverhandlungen für die rund 40000 Caritas-Mitarbeiter in Niedersachsen und Bremen sind heute in Hannover ohne Ergebnis vertagt worden. Bevor nun die Schlichtungsstelle angerufen wird, soll am 8. Dezember in Osnabrück noch einmal verhandelt werden.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Werner Negwer, bedauerte, dass Kompromissangebote seiner Seite in der Runde nicht die notwendige Dreiviertelmehrheit gefunden hätten.

Mit der Überreichung von 10000 Unterschriften hatten Mitarbeiter ihre Forderungen nach einem solidarischen Tarifabschluss für alle Kollegen in Deutschland untermauert. Die etwa 6000 in der Altenpflege Beschäftigten dürften nicht ausgenommen werden, so die Mitarbeiterseite. Eine Aufwertung der Pflege müsse sich auch in deren Vergütung wiederfinden, so Alfred Sliwinski und Wilhelm Berenheger als Vertreter dieser Verhandlungsseite.

Die Arbeitgeber bieten 5,4 Prozent mehr Gehalt in zwei Stufen an. Die Mitarbeiter fordern dagegen einen Sockelbetrag von 100 Euro plus 5,9 Prozent mehr Gehalt.

Das Angebot der Dienstgeber – so werden kirchliche Arbeitgeber genannt – habe sich im Wesentlichen den Eckpunkten der Caritas-Bundesebene angeschlossen und biete eine Gehaltssteigerung von 5,4 Prozent in zwei Stufen. Wegen des enormen Konkurrenzdrucks im Bereich der stationären Altenhilfe hält die Arbeitgeberseite jedoch eine Reduzierung von Gehaltszuwächsen in diesem Bereich für notwendig.

Um die Blockade aufzuheben, die sich dadurch für alle Mitarbeitenden der Caritas in Niedersachsen und Bremen ergebe, habe man angeboten, eine Entscheidung für den Bereich der Altenhilfe gesondert zu verhandeln. Für alle anderen Mitarbeitenden könnte dann die Gehaltssteigerung von 5,4 Prozent umgesetzt werden. Dieses Angebot habe die Mitarbeiterseite abgelehnt und stattdessen eine Steigerung von 100 Euro und auf diesen Sockel zusätzlich eine Steigerung um 5,9 Prozent in zwei Stufen gefordert, so die Arbeitgeberseite weiter.

Demgegenüber argumentierte die Mitarbeiterseite, durch die geplante Absenkung der Tarife fehle auf Dauer das qualifizierte Fachpersonal in der Altenhilfe. Zudem wirke sich dies negativ auf die zu erwartende Rente aus und fördere die Altersarmut, so Alfred Sliwinski und Wilhelm Berkenheger, Mitglieder der Regionalkommission Nord aus Osnabrück.

Die Aufwertung der Pflege müsse sich auch in der Vergütung der Caritasmitarbeiter wiederfinden. Der Beruf müsse attraktiv und damit zukunftsfähig bleiben.

Die von den Arbeitgebern immer wieder problematisierten Refinanzierungsbedingungen in Niedersachsen und Bremen wurden von der Mitarbeiterseite nach eigenen Angaben ausführlich zur Sprache gebracht. Diese könnten aber nicht von den Mitarbeitern in der Altenhilfe behoben werden. Die Probleme müssen gemeinsam und auf politischer Ebene gelöst werden, so Sliwinski weiter.


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