Nun 77 Fälle im Land Erneute Flucht aus Niedersachsens Maßregelvollzug

Von dpa

Symbolfoto: Colourbox.deSymbolfoto: Colourbox.de

Hannover. Ein Straftäter hat am Dienstagabend eigenhändig seinen Ausgang aus dem niedersächsischen Maßregelvollzug verlängert. Seine Freiheit währte aber nicht sonderlich lange.

Der 37-Jährige war am Mittwochmorgen wieder in der Anlage in Brauel, wie ein Sprecher des zuständigen Sozialministeriums in Hannover sagte. Einem Taxifahrer war der drogenabhängige Mann aufgefallen, sagte der Ministeriumssprecher am Mittwoch. Die Polizei holte den Flüchtigen wenig später ab.

Mit dem erneuten „passiven Entweichen“ eines drogenabhängigen Straftäters steigt deren Zahl in diesem Jahr auf 77 Fälle. Allerdings sind 74 wieder zurück, teilte der Sprecher mit. Als passive Entweichung gilt auch eine verspätete Rückkehr in die Anlage. Der 37-Jährige wurde wegen Körperverletzung und Diebstahl verurteilt und sitzt wegen Drogenabhängigkeit im Maßregelvollzug.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

Flüchtige Straftäter bereiten der Justiz in Niedersachsen seit einigen Wochen Probleme. Als Folge werden dort nun die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Insgesamt waren zum Stichtag 1. Juni in Niedersachsen 1262 Patienten im Maßregelvollzug untergebracht. Dort werden psychisch kranke oder suchtkranke Menschen untergebracht, die schwere Straftaten verübt haben. Weil sie nur als eingeschränkt oder gar nicht schuldfähig eingestuft wurden, kommen sie nicht in ein Gefängnis.

Ziel der Unterbringung ist es zum einen, die Allgemeinheit zu schützen, und zum anderen, die Patienten zu heilen oder ihren Zustand so weit zu bessern, dass sie nicht mehr gefährlich sind.

Fünf Straftäter in Niedersachsen flüchtig

14 Straftäter in NRW auf der Flucht