Pilotbetrieb mit 46.000 Legehennen Hühner mit ganzem Schnabel: Eier bald im Supermarkt

Von Dirk Fisser

Tierschützer demonstrieren gegen das Schnabelkürzen. Ab 2017 soll damit in Niedersachsen und deutschlandweit Schluss sein. Foto: dpaTierschützer demonstrieren gegen das Schnabelkürzen. Ab 2017 soll damit in Niedersachsen und deutschlandweit Schluss sein. Foto: dpa

Osnabrück. Innovation im Supermarktregal: Rewe und Penny werden ab kommendem Montag in ihren Filialen in Niedersachsen, Bremen und Hamburg Eier von Legehennen verkaufen, deren Schnabel nicht amputiert worden ist. Die Rewe Group bestätigte entsprechende Informationen unserer Zeitung.

Demnach stammen die Eier aus einem Pilotbetrieb in Lohne, Landkreis Vechta, in dem seit September unter Aufsicht der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Hochschule Osnabrück 46000 Legehennen ohne gekürzten Schnabel eingestallt sind. Sie sollen etwa 40000 Eier am Tag legen, die Rewe künftig in Sechserpacks unter Regional-Dachmarken verkaufen will.

2017 soll überall Schluss sein

Der Versuch findet vor dem Hintergrund des ab 2017 vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium angepeilten Verzichts auf das Schnabelkürzen bei Hühnern statt. Bislang wird so gut wie jeder Legehenne in Deutschland die Schnabelspitze kupiert, um gegenseitiges Federpicken oder gar Kannibalismus im Stall zu unterbinden. Handel und der Eier-Zertifizierer KAT hatten sich dem niedersächsischen Stichtag angeschlossen, sodass ab 2017 keine Eier von Hennen mit gekürztem Schnabel mehr im Regal landen sollen.

„Bedarfsorientiert, nicht kostenorientiert“

Die Testhennen aus Lohne würden „bedarfsorientiert, nicht kostenorientiert“ gehalten, teilte Rewe mit. Die Tiere bekämen hochwertiges Futter und Beschäftigungsmöglichkeiten wie Picksteine geboten. So solle die Verhaltensstörung unterdrückt werden. Zudem werde die Herde intensiv überwacht, um im Ernstfall zügig eingreifen zu können. Laut Rewe Group bleibt der Eierpreis beim Discounter Penny stabil. Bei Rewe selbst habe es bislang keine Eier unter einer Regionalmarke gegeben, sodass ein Preisvergleich nicht möglich sei.

Das Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen geht davon aus, dass der Verzicht aufs Schnabelkürzen finanziellen Mehraufwand von drei Cent pro Ei für den Legehennenhalter bedeutet.

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