Mehr Windstrom aus der Nordsee Offshore-Windpark „Meerwind Süd/Ost“ eingeweiht

Von Alexander Klay

Stromproduktion mitten in der Nordsee: Der Offshore-Windpark „Meerwind Süd/Ost“ ist fertiggestellt und soll demnächst in Betrieb gehen. Foto: dpaStromproduktion mitten in der Nordsee: Der Offshore-Windpark „Meerwind Süd/Ost“ ist fertiggestellt und soll demnächst in Betrieb gehen. Foto: dpa

Bremerhaven. Der bislang zweitgrößte Windpark vor der deutschen Nordseeküste ist fertig: Am Montag wurde das Projekt „Meerwind Süd/Ost“ eingeweiht. Der Offshore-Windpark kann mit einer Leistung von bis zu 288 Megawatt gut 360.000 Haushalte versorgen.

Noch in diesem Jahr soll der Volllastbetrieb der 80 Anlagen aufgenommen werden, kündigte das Betreiberunternehmen WindMW an. Bereits im September haben Probeläufe begonnen.

Der Windpark, der sich rund 23 Kilometer nördlich von Helgoland befindet, wurde in der vergleichsweise kurzen Zeit von 18 Monaten errichtet. Die Touristeninsel dient künftig auch als Servicestützpunkt für den Betrieb dieses und weiterer Windparks in der Nordsee.

Die Baukosten belaufen sich den Angaben zufolge auf rund 1,3 Milliarden Euro. Laut WindMW handelt es sich um das erste große deutsche Offshore-Projekt, das vollständig mit privaten Mitteln finanziert worden ist. Hinter dem Unternehmen stehen ein Berliner Planungsbüro für Windenergieprojekte und die US-Investmentgesellschaft Blackstone.

Uwe Beckmeyer, Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, bezeichnete die Einweihung als „starkes Signal dafür, dass die Energiewende in Deutschland voranschreitet“. Bislang waren mit Bard Offshore 1 und Riffgat erst zwei kommerzielle Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee in Betrieb gegangen. Hinzu kommen Testfelder wie Alpha Ventus mit zwölf Windrädern vor Borkum.

Weitere Parks im Bau

Nach anfänglichen Problemen beim Aufbau der Offshore-Windenergie wegen ungeklärter rechtlicher und finanzieller Rahmenbedingungen sowie teils jahrelangen Verzögerungen beim Netzanschluss schreiten die Projekte aktuell mit großen Schritten voran. Derzeit werden in Nord- und Ostsee weitere 500 Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp zwei Gigawatt errichtet. Zum Vergleich: Das Atomkraftwerk Emsland leistet gut 1,4 Gigawatt – jedoch ist die Stromproduktion per Windenergie starken Schwankungen unterworfen. Die Bundesregierung hat ihre Ziele für Offshore-Wind zwischenzeitlich von zehn Gigawatt bis zum Jahr 2020 auf 6,5 Gigawatt herabgesetzt.

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