zuletzt aktualisiert vor

Verätzungen durch Reste von Senfgas Drei Verletzte bei Vernichtung von Chemiewaffen in Munster

Von dpa

Bei der Vernichtung von Reststoffen syrischer Chemiewaffen in Munster hat es einen Unfall mit drei Verletzten gegeben. Foto: dpaBei der Vernichtung von Reststoffen syrischer Chemiewaffen in Munster hat es einen Unfall mit drei Verletzten gegeben. Foto: dpa

Munster. In der Heide werden Chemiewaffen vernichtet, seit vielen Jahrzehnten schon. Jetzt ist es dort zu einem Unfall gekommen. An Behältern mit Resten syrischer C-Waffen sollen Spuren von Senfgas gewesen sein.

Bei der Vernichtung von Reststoffen syrischer Chemiewaffen in Munster hat es einen Unfall mit drei Verletzten gegeben. Die Mitarbeiter der Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten (Geka) erlitten Verätzungen durch Reste von Senfgas, als sie einen verunreinigten Behälter in einen Verbrennungsofen schieben wollten. Zu dem Unfall kam es bereits am 22. Oktober. Die Mitarbeiter seien durch Dämpfe verletzt worden, sagte Geka-Geschäftsführer Andreas Krüger am Freitag.

Laut Vertrag hätten die Behälter gesäubert und völlig frei von Giftstoffen angeliefert werden müssen, hieß es in der Soltauer „Böhme-Zeitung“. Die Berliner Zeitung „Junge Welt“ hatte bereits am Dienstag über den Vorfall berichtet.

Für die Umgebung habe zu keinem Zeitpunkt die Gefahr einer Verseuchung bestanden, betonte Krüger. Die betroffenen Angestellten wurden in einer Hamburger Spezialklinik untersucht. Sie seien noch krankgeschrieben, es gehe es ihnen aber bereits etwas besser. „Die Betroffenen haben Hautrötungen wie nach einem schweren Sonnenbrand“, beschrieb Krüger die Verletzungen.

Zu dem Unfall sei es gekommen, als sich ein mit Fässern beladener Wagen in der Öffnung des Verbrennungsofens verkeilt hatte. Als die Arbeiter nachhelfen wollten, seien sie mit den Resten von Senfgas in Berührung gekommen. Seit dem Unfall dürfe in dem Bereich nur noch mit besonders sicheren Schutzanzügen gearbeitet werden.

Der genaue Unfallhergang werde derzeit zusammen mit dem Gewerbeaufsichtsamt in Celle analysiert, bestätigte Krüger. Es seien möglicherweise mit zu leichten Anzügen Arbeitsschutzbestimmungen verletzt worden, hieß es in dem Bericht der „Jungen Welt“. „Wir haben nicht fahrlässig gehandelt“, sagte Krüger in diesem Zusammenhang der dpa. „Die konkrete Analyse des Arbeitsunfalls ist derzeit noch nicht vollständig abgeschlossen“, hieß es dazu bei der Behörde in Celle. Vor Abschluss der Analyse wolle man sich nicht zu Details äußern. „Verschiedene Maßnahmen sind aber bereits eingeleitet worden, um die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch weiter zu erhöhen“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

Die bundeseigene Geka ist das derzeit einzige deutsche Unternehmen mit der Berechtigung zur systematischen Vernichtung von Chemiewaffen. Auf dem Gelände im Heidekreis werden seit Anfang September Reststoffe von C-Waffen aus Syrien verbrannt.