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Bis zu 5000 Teilnehmer erwartet Polizei bereitet sich auf Anti-Islamismus-Demonstration vor

Von dpa

Vermummte Demonstranten greifen am 26. Oktober während einer Demonstration von Hooligans in Köln Polizisten an. Foto: dpaVermummte Demonstranten greifen am 26. Oktober während einer Demonstration von Hooligans in Köln Polizisten an. Foto: dpa

Hannover. Bis zu 5000 Menschen könnten am 15. November in Hannover an einer Anti-Islamismus-Demonstration teilnehmen. Der Antrag auf diese Versammlung wird geprüft. Die Polizei befürchtet gewalttätige Auseinandersetzungen und bereitet sich aufs Schlimmste vor.

Hannovers Polizei bereitet sich auf eine Anti-Islamismus-Demonstration in der niedersächsischen Landeshauptstadt vor. Sie richtet sich bei der für den 15. November angemeldeten Versammlung auf bis zu 5000 Teilnehmer sowie neun Gegenkundgebungen ein. Erwartet werde eine „vergleichbare Klientel“ wie bei den Hooligan-Krawallen in Köln, teilte eine Polizeisprecherin am Dienstag mit. Die Kundgebung zum Thema „Europa gegen den Terror des Islamismus“ war am vergangenen Samstag angemeldet worden. Die Behörde prüft nun diesen Antrag.

Die Polizei habe Kontakt zum Antragsteller aufgenommen und für den kommenden Freitag ein Gespräch mit ihm vereinbart, teilte die Polizei mit. Der als Versammlungsleiter für die Kundgebung in Hannover benannte Mann sei in Köln als Redner aufgetreten. Dort hatten sich vor zwei Wochen 4500 gewaltbereite Hooligans mit Rechtsextremen versammelt und die Polizei angegriffen.

„Wir stellen uns darauf ein, dass es auch in Hannover zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen kann; gegenwärtig ist das Gewaltpotenzial jedoch noch schwer einzuschätzen“, sagte Polizeipräsident Volker Kluwe. Am Montag sei ein Vorbereitungsstab für den polizeilichen Einsatz eingerichtet worden. Erkenntnisse aus der Szene würden laufend gesammelt und neu bewertetet.

„Erste Auswertungen der Polizei bestätigen, dass es im Internet in verschiedenen Foren Aufrufe zur Teilnahme gibt, so dass bei der angezeigten Versammlung von einer ähnlichen Größenordnung mit vergleichbarem Klientel wie bei der Kölner Demonstration ausgegangen wird“, heißt es in der Mitteilung. Bei dem Gesprächstermin am Freitag soll es unter anderem um mögliche Auflagen und Beschränkungen gehen.

Die Gegenkundgebungen orientieren sich den Angaben zufolge örtlich und zeitlich an der angezeigten Streckenführung der Anti-Islamismus-Kundgebung. „Diese, sowie weitere bereits bekannte Veranstaltungen in der Innenstadt, werden umfassend in die Prüfungen mit einbezogen“, teilte die Polizei mit. Gegen die Kundgebung in Hannover formiert sich eine breite Front. Mehrere Parteien haben zu einer friedlichen Gegen-Kundgebung aufgerufen. Die SPD versucht, mit den Gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen Akteuren ein breites Bündnis zu schmieden.

Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte mit Hinweis auf die Gewalt-Exzesse in Köln betont, durch Prüfung aller rechtlichen Schritte ähnliche Veranstaltungen wie in Köln in Niedersachsen zu verhindern zu wollen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte sich für strenge Auflagen ausgesprochen, sofern die Kundgebung nicht verboten wird.