Jugendarbeit in Moscheen Uni Osnabrück bietet Weiterbildung für Imame an

Ein Mann betet in einer Moschee in Berlin. Foto: dpaEin Mann betet in einer Moschee in Berlin. Foto: dpa

Osnabrück. Um Imame in Deutschland besser für die Herausforderungen in Moscheegemeinden zu rüsten, bietet das Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück ab Januar 2015 das Weiterbildungsprogramm „Jugendarbeit in Moscheegemeinden und Extremismusprävention“ an.

Das Land Niedersachsen gewährt dafür eine Anschubfinanzierung von zunächst 100000 Euro.

Das bundesweit einmalige Sonderprogramm richtet sich an Imame, also islamische Vorbeter, und anderes religiöses Personal, das jetzt bereits in Moscheegemeinden arbeitet. Diese Muslime hätten ihre Ausbildung meist im Ausland absolviert, sagte Bülent Ucar, Leiter des Instituts für Islamische Theologie . „Das Weiterbildungsprogramm soll sie für die Lebensrealität von Muslimen in Deutschland sensibilisieren“, sagte er unserer Zeitung. An sie würden besondere religiöse, seelsorgerische und sozialpädagogische Ansprüche gestellt, in manchen Fällen auch mit Blick darauf, junge Muslime vor dem Abgleiten in den Extremismus zu bewahren.

Ucar bezeichnete das auf drei Jahre befristete Sonderprogramm als Übergangslösung. Irgendwann würden schließlich jene angehenden Imame, die derzeit an Islam-Instituten in Deutschland studierten, das bisherige Moschee-Personal ablösen. „Doch bis dahin sind solche zusätzlichen Qualifizierungsangebote notwendig“, betonte Ucar.

Das Programm laufe berufsbegleitend für die Vollzeit-Imame. Es sei auch eine Reaktion auf den von Moscheegemeinden formulierten Bedarf, jungen Muslimen Alternativkonzepte zu beispielsweise salafistischen Angeboten bieten zu können und Moscheepersonal mit Blick darauf speziell auszubilden. Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, hatte erst kürzlich im Interview mit unserer Zeitung eine bessere Schulung von Imamen gefordert.

Das dreijährige Vorläuferprogramm an der Universität Osnabrück war vor einem Jahr ausgelaufen. Doch schon damals hatte sich abzeichnet, dass das erfolgreiche Programm wieder aufgenommen wird.

Die einjährige Fortbildung vermittelt Informationen über Geschichte, Politik, Recht und Gesellschaft der Bundesrepublik. Deutsch ist Unterrichtssprache. Der Kurs bietet Platz für 30 Personen, doch der Bedarf sei wesentlich höher, so Ucar. „Wir haben zwei- bis dreimal so viele Anfragen.“


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