Geld für Vorsorge und Personal Sechs Prozent mehr Kirchenlohnsteuer im Bistum Osnabrück

Die Kirchensteuer-Einnahmen im Bistum Osnabrück sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent gestiegen. Foto: Michael GründelDie Kirchensteuer-Einnahmen im Bistum Osnabrück sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent gestiegen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Einnahmen bei der Kirchenlohnsteuer sind im Bistum Osnabrück im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent gestiegen. Das teilte der Finanzdirektor des Bistums, Joachim Schnieders, auf Anfrage mit.

Als Gründe nannte er die günstige Konjunktur und die Lage am Arbeitsmarkt. Zugenommen habe auch die Kircheneinkommensteuer: Genaue Zahlen könne das Bistum wegen der starken monatlichen Schwankungen aber nicht nennen. Bis Jahresende werde es dort allerdings einen Zuwachs von rund zehn Prozent geben, erklärte Schnieders.

Die zusätzlichen Einnahmen würden unter anderem für die Finanzierung der deutlich gestiegenen Personalkosten verwendet, weil das Bistum mehr Mitarbeiter im pastoralen Bereich als früher beschäftigt habe.

Zudem würden mit den Geldern aus den gestiegenen Steuereinnahmen die Rücklagen erhöht, denn aufgrund der momentan dramatisch niedrigen Zinssituation gebe es dort einen Werteverlust.

Schnieders führte aus, das Bistum müsse Vorsorge treffen, weil langfristig weniger Einnahmen bei der Kirchensteuer zu erwarten seinen. Als Gründe nannte der Finanzdirektor die Zahl der Kirchenaustritte und die demografische Entwicklung. Weil die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter kämen,werde dies zu einem Rückgang der Kirchensteuerzahler führen.

Erstmals seit Jahren konnte das Bistum Osnabrück im Januar einen ausgeglichenen Haushaltsplan auch ohne Entnahme von Rücklagen vorlegen. Der diesjährige Etat hat nach Bistumsangaben ein Volumen von 147,4 Millionen Euro. Mehr als 80 Prozent dieser Summe stammten aus Kirchensteuern.


Die Kirchensteuer

Die katholische Kirche finanziert sich überwiegend aus der Kirchensteuer. In einem kleineren Umfang tragen auch Vermögenserträge (zum Beispiel aus Immobilienbesitz) und so genannte Staatsleistungen zu den Kirchenfinanzen bei. Hinzu kommen Spenden und Kollekten. Die Kirchensteuer ist ein Finanzbeitrag der Kirchenmitglieder für ihre Kirche. Sie ist keine staatliche Subvention. Die Kirchensteuer beträgt in der Regel neun Prozent der Lohn- und Einkommensteuer (in einigen Bundesländern acht Prozent). Sie wird über das Finanzamt eingezogen und an die Kirchen weitergegeben.

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