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Im Zeichen des Dialogs Bundesweit größtes Institut für islamische Theologie in Osnabrück eröffnet

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<em>Ließen Luftballons</em> des Friedens steigen (v. l.): Institutsleiter Bülent Uçar, Schura-Vorsitzender Avni Altiner, Wissenschaftsministerin Johanna Wanka, Universitätspräsident Claus Rollinger und Ditib-Vorsitzender Yimaz Kiliç. Foto: Michael HehmannLießen Luftballons des Friedens steigen (v. l.): Institutsleiter Bülent Uçar, Schura-Vorsitzender Avni Altiner, Wissenschaftsministerin Johanna Wanka, Universitätspräsident Claus Rollinger und Ditib-Vorsitzender Yimaz Kiliç. Foto: Michael Hehmann

Osnabrück. Mit einem Festakt ist heute das Institut für islamische Theologie an der Universität Osnabrück eröffnet worden. Imame und islamische Religionslehrer werden hier ausgebildet.

Vor dem historischen Osnabrücker Rathaus ließen die Gäste der Eröffnungsfeier blaue und weiße Luftballons mit Friedensbotschaften steigen. Toleranz und Frieden, so lauteten die Worte der Stunde. Da hätte der Ort für den Festakt nicht besser gewählt werden können: Im Friedenssaal des Rathauses, dort, wo 1648 der blutige Dreißigjährige Krieg beendet worden war, fanden die Feierlichkeiten statt. Damals wurden religiöse Freiheit und Toleranz im Westfälischen Frieden festgeschrieben. „Dies ist ein angemessener Rahmen für diese Veranstaltung“, befand denn auch Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU).

Vor zwei Jahren hatte der Wissenschaftsrat die Empfehlung herausgegeben, an deutschen Universitäten Zentren für islamische Theologie einzurichten. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) griff diese Anregung auf, und so fördert der Bund nun für die nächsten fünf Jahre vier solcher Zentren in Münster/Osnabrück, Tübingen, Frankfurt/Gießen und Erlangen-Nürnberg. Mit sieben Professuren ist das Osnabrücker Institut das bundesweit größte.

Das Zentrum in Münster war am Vormittag feierlich eröffnet worden. Die Einrichtungen dort und in Osnabrück werden zwar unabhängig voneinander wissenschaftlich arbeiten, aber unter einem Dach eng miteinander kooperieren.

Wanka wies darauf hin, wie wichtig das neue Islam-Institut in Osnabrück sei. „Wir brauchen solche Zentren in Deutschland“, bekräftigte sie. Alleine im Land Niedersachsen werde seit 2003 an 43 Schulen bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht angeboten, 2000 Schüler nähmen daran teil. Ab dem Schuljahr 2013/14 soll der Islamunterricht der Ministerin zufolge flächendeckend zunächst an Grundschulen eingeführt werden, ein Jahr später an Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien von der fünften bis zur zehnten Klasse. „Dafür benötigen wir Religionslehrer“, sagte Wanka.

Doch nicht nur Religionslehrer, auch Theologen und Imame, also Vorbeter in Moscheen, werden in Osnabrück ausgebildet. 37 Studenten hat der Studiengang „Islamische Theologie“ im laufenden Wintersemester. „Muslime suchen in Deutschland nicht nur Arbeit und Sicherheit, sie suchen eine Heimat“, sagte Wanka. Dazu gehöre auch eine religiöse Heimat. „Deshalb wollen wir, dass junge Muslime zur Imamausbildung nicht ins Ausland gehen müssen, sondern dass sie ihr Studium hier absolvieren können.“ Hierzulande sozialisierte Imame leisteten außerdem einen wichtigen Beitrag zur Integration.

Die systematische Imamausbildung kann jedoch nur dann künftig ein Erfolg werden, wenn die Moschee-Gemeinden die Absolventen auch annehmen. Avni Altiner, Vorsitzender des Landesverbandes Muslime Schura Niedersachsen, und Yilmaz Kiliç, Vorsitzender des Landesverbandes Ditib Niedersachsen und Bremen, bekräftigten als Vertreter von Moschee-Gemeinden ihren Willen zur Zusammenarbeit. „Wir sind endlich da angekommen, wo wir hingehören“, sagte Altiner. „In der Mitte der Gesellschaft und im Wissenschaftsbetrieb.“ Institutsleiter Bülent Uçar kündigte für die islamische Lehre in Osnabrück „Bodenhaftung und Pluralität“ an. „Es ist uns wichtig, dass wir an der Basis akzeptiert werden“, sagte er.

Bereits seit 2002 werden an der Universität Osnabrück islamische Religionslehrer ausgebildet. 2010 startete das bundesweit einzige Weiterbildungsprogramm für Imame. Dem neuen Institut stehen in den kommenden fünf Jahren 6,6 Millionen Euro zur Verfügung, zur Hälfte vom Bund und vom Land Niedersachsen.


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