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Dannenberg im Gespräch Entlastung für Bramsche: Kommt viertes Flüchtlingslager?

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Wohin mit Flüchtlingen? Als weiteres Aufnahmelager in Niedersachsen ist jetzt Dannenberg im Gespräch. Foto: dpaWohin mit Flüchtlingen? Als weiteres Aufnahmelager in Niedersachsen ist jetzt Dannenberg im Gespräch. Foto: dpa

Hannover. Die 6000-Einwohner-Stadt Dannenberg im Wendland ist als Standort eines vierten zentralen Aufnahmelagers für Flüchtlinge in Niedersachsen im Gespräch. Die drei bestehenden Standorte sind überlastet – auch Bramsche.

Das bestätigte am Mittwoch ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover. Demnach werde geprüft, ob eine bislang für die Unterbringung von Polizisten während der Castortransporte genutzte Einrichtung für die Erstaufnahme von Asylbewerbern und anderen Flüchtlingen verwandt werden könne. Diese Prüfung sei noch nicht abgeschlossen; zudem würden noch mehrere weitere Standorte untersucht, hieß es.

Gegenwärtig gibt es drei zentrale Einrichtungen, in denen Flüchtlinge zunächst aufgenommen werden, bevor sie in Quartiere in den einzelnen Kommunen kommen. In Bramsche, Friedland bei Göttingen und in Braunschweig gibt es dafür insgesamt 1500 Plätze, doch reichen die Kapazitäten bei Weitem nicht mehr aus.

Untergebracht in Zelten

Nach Angaben des Innenministeriums sind gegenwärtig an diesen Standorten rund 2200 Menschen untergebracht, zum Teil notdürftig in Zelten. In Bramsche und Braunschweig will man zusätzlich Wohncontainer aufstellen.

Aufnahmelager in Hesepe stößt an Grenzen ››

Um die Engpässe zu mildern, soll zudem so schnell wie möglich eine vierte zentrale Unterkunft geschaffen werden. Innenminister Boris Pistorius (SPD) nannte dafür einen Termin „in den nächsten Wochen“. Er kündigte an, dass die Einrichtung eines Aufnahmelagers im Einvernehmen mit der jeweiligen Standortgemeinde vorgenommen werden solle.

„Herausforderung„

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte am Mittwoch, das womöglich in Dannenberg stationierte Lager sei für die Aufnahme „mehrerer Hundert Menschen“ vorgesehen. Die Rede ist von etwa 600 Personen.

Die Dannenberger Bürgermeisterin Elke Mundhenk (Grüne) wertete die Unterbringung von 600 Flüchtlingen als Herausforderung, betonte aber gleichzeitig, den Menschen müsse geholfen werden. Die CDU-Kreistagsfraktion unterstützte diese Position, forderte aber „zuverlässiges Personal“.Von den Kommunen in Niedersachsen war zuletzt beklagt worden, dass für Flüchtlinge wegen fehlender zentraler Aufnahmekapazitäten viel zu kurzfristig Wohnraum beschafft werden müsse.


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