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Rückwirkende Erhöhung zum 1. Juli Mehr Geld für 500000 Caritasmitarbeiter

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Für die Caritasmitarbeiter gibt es höhere Löhne. Foto: Jörn MartensFür die Caritasmitarbeiter gibt es höhere Löhne. Foto: Jörn Martens

Osnabrück/Freiburg. Die Beschäftigten der Caritas sollen rückwirkend zum 1. Juli 2014 drei Prozent mehr Lohn erhalten. Betroffen sind rund 500000 Mitarbeiter in ganz Deutschland, davon knapp 20000 im Bistum Osnabrück. Regional sind allerdings Abweichungen von bis zu 20 Prozent und ab März um 15 Prozent möglich.

Auf die Lohnerhöhung haben sich die Dienstgeber und Mitarbeiter der zuständigen Bundeskommission des Deutschen Caritasverbandes in Göttingen geeinigt. Im März 2015 wird die Vergütung weiter um mindestens 90 Euro erhöht, bevor es die zweite Tarifsteigerung um 2,4 Prozent gibt. Die Vergütung der Auszubildenden und Praktikanten wird zum 1. September 2014 um 60 Euro erhöht. Wie im öffentlichen Dienst auch, erhalten alle Mitarbeiter nun 30 Tage Urlaub. Die Laufzeit endet am 31. Dezember 2016.

Bis zu 15 Prozent Abweichung

Der Tarifabschluss des katholischen Wohlfahrtsverbandes auf Bundesebene gilt allerdings nur mit einem Vorbehalt: Im nächsten Schritt müssen die sechs Regionalkommissionen der Caritas den Beschluss umsetzen. Zuständig für die rund 40.000 Mitarbeiter in Niedersachsen und Bremen ist die Regionalkommission Nord. Sie hat die Verhandlungen zwischen Dienstgebern und Mitarbeitern für den 7. und 8. Oktober in Osnabrück geplant. Dabei können die Regionen bei der Lohnerhöhung ab dem 1. März bis zu 15 Prozent vom bundesweiten Rahmenbeschluss abweichen.

„20 bis 30 Prozent über Marktniveau“

Die Dienstgeberseite für den Norden will von einer Abweichung nach unten Gebrauch machen. Das erklärte Werner Negwer, Justiziar bei der Caritas im Bistum Osnabrück. Negwer vertritt die Dienstgeberseite und hält eine geringere Lohnerhöhung für dringend nötig, um die kirchlichen Altenheime mit ihren Arbeitsplätzen zu sichern. Denn die laufenden Betriebskosten – überwiegend Personalkosten – würden nicht ausreichend durch die Pflegesätze finanziert.

Derzeit gebe es eine Lücke von etwa zehn Prozent bei der Refinanzierung. Daher sei für die knapp 5.800 Mitarbeiter in 86 Alten- und Pflegeheimen der Caritas in Niedersachsen und Bremen eine Sonderregelung nötig. Derzeit zahle der Verband Löhne, die „20 bis 30 Prozent über Marktniveau“ lägen, teilte Negwer mit.

Die Arbeitnehmerseite sieht das anders: „Wir konnten das Schlimmste verhindern und eine akzeptable Tariferhöhung auf Bundesebene als Rahmen für die Regionen durchsetzen“, erklärte Alfred Sliwinski. Er ist der Vertreter der Mitarbeiter in der Bundeskommission und der Regionalkommission Nord der Caritas.

„Alleine die lange Dauer der Tarifrunde zeigt, wie heftig wir um diesen Abschluss gerungen haben“, teilte laut Pressemitteilung der Caritas-Dienstgeber Lioba Ziegele mit, die in Göttingen die Verhandlung für die Dienstgeber leitete. Die Positionen hätten weit auseinander gelegen, und die Bedingungen für die Dienste und Einrichtungen der Caritas seien je nach Region sehr unterschiedlich(mit KNA).


Vergütung, Arbeitszeit und Urlaub handeln bei der Caritas nicht Gewerkschaften und Arbeitgeber aus. Dafür gibt es in dem katholischen Wohlfahrtsverband gleichrangig besetzte Kommissionen von Mitarbeitern und Dienstgebern im sogenannten Dritten Weg.

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