Lokführer-Mangel hat Folgen Nach Zugausfällen im Emsland: Land straft Bahn ab

Von Dirk Fisser


Osnabrück. Die Zugausfälle mangels Lokführern zwischen Emden und Münster haben ein Nachspiel für die Deutsche Bahn: Das Land Niedersachsen kürzt dem Dienstleister im regionalen Schienenverkehr kurzerhand das Geld. Das bestätigte ein Sprecher der zuständigen Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) unserer Zeitung.

„Es hat diverse Besprechungen gegeben und es sind diverse Briefe geschrieben worden“, hieß es von der LNVG. Da sich die Situation aber nicht verbessert habe, würden jetzt die Zahlungen gekürzt. Der Betrag stehe noch nicht fest, „aber es wird so kommen“. Das Land berufe sich dabei auf den Vertrag, den LNVG und Bahntochter DB Regio für die Bahnstrecke quer durchs Emsland getroffen hätten. Demnach sei eine Kürzung des sogenannten Bestellentgeltes bei „Nicht-Leistung oder Schlecht-Leistung“ möglich, so der Sprecher. Beides sei der Fall gewesen: Neben Zugausfällen habe es auch erhebliche Verspätungen geben.

Allein zwischen dem 1. Dezember 2013 und dem 8. März 2014 waren nach Auskunft der Landesregierung 115 Regionalzüge von der Bahn auf der Emsland-Linie gestrichen worden. Im selben Zeitraum kam es darüber hinaus zu 29 Ausfällen zwischen Rheine und Osnabrück. Auch in der Folgezeit fuhren im einen oder anderen Fall keine Züge.

In einem überwiegenden Teil der Fälle war der banale Grund: Die Bahn hatte keinen Lokführer. Vor allem zwischen Weihnachten und Silvester 2013 wurde das Problem offenbar. Weil die Emsland-Linie ab Dezember 2015 von der Westfalenbahn aus Bielefeld betrieben wird, hatten sich die Bahn-Mitarbeiter mangels Perspektive entweder versetzen lassen oder hatten sich gleich einen neuen Job gesucht. Bei Krankheitsfällen war dann kein Ersatz für den Führerstand greifbar.

Die Bahn hatte daraufhin angekündigt, Personal für die Emsland-Strecke nachzuschulen. Doch auch in der Folge kam es zum Frust der Reisenden immer wieder zu Ausfällen.

DB-Nachfolger Westfalenbahn versucht, dem für die Zukunft entgegenzuwirken. Nach Auskunft des Unternehmens sucht es derzeit mehr als 100 Lokführer.


Ist auch Ihr Zug ausgefallen? Werfen Sie ihre Fahrkarte nicht weg, denn gegebenenfalls haben Sie Anspruch eine Rückzahlung. In den Fahrgastrechten der Bahn ist unter anderem aufgeführt, dass ab einer Verspätung von 60 und bis zu 119 Minuten am Ankunftsort eine Rückzahlung von 25 Prozent des Fahrpreises vorgesehen ist. Ab 120 Minuten steigt die Entschädigung demnach auf 50 Prozent des Fahrpreises. Wie Sie an Ihr Geld kommen, können Sie unter www.bahn.de/fahrgastrechte oder www.fahrgastrechte.info nachlesen.