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27.09.2014, 03:33 Uhr NACH ZUGAUSFÄLLEN MANGELS LOKFÜHRERN

Deutsche Bahn hinterlässt verbrannte Erde im Emsland

Ein Kommentar von Dirk Fisser


Ein Regionalexpress der Deutschen Bahn am Bahnhof in Leschede. Foto: Ludger JungeblutEin Regionalexpress der Deutschen Bahn am Bahnhof in Leschede. Foto: Ludger Jungeblut

Osnabrück. Das Land Niedersachsen kürzt die Zahlungen an die Deutsche Bahn mangels Leistungen im Regionalverkehr. Für Pendler auf der Emsland-Strecke ist das nur ein schwacher Trost.

Die Sanktionen gegen die Bahn sind notwendig. Wenn ein Dienstleister eine seiner vertraglichen Pflichten teilweise nicht erfüllt, dann verwirkt er das Recht auf vollständige Bezahlung. Im Sinne des verantwortlichen Umgangs mit Steuermitteln ist es richtig, wenn das Land Niedersachsen als Besteller der Regionalzüge die Gelder kürzt.

Für die Opfer der missratenen DB-Personalpolitik dürfte das aber nur ein schwacher Trost sein. Hunderte Pendler und Reisende blieben in den vergangenen Monaten ratlos an den Bahnsteigen zurück, weil der Bahn die Lokführer mangels beruflicher Perspektive stiften gingen. Informationen im Bahnhof oft Fehlanzeige. Die Fahrgäste dürften den Betreiberwechsel zwischen Emden und Münster zur Westfalenbahn Ende 2015 herbeisehnen. Trotz aller Beteuerungen der Bahn, es in der verbleibenden Zeit besser zu machen, hinterlässt die DB verbrannte Erde.

Die Vorfälle auf der Emsland-Strecke müssen Mahnung für das Land sein. Sie dürfen sich nicht wiederholen bei den derzeit ausgeschriebenen Strecken von Osnabrück nach Oldenburg oder über Delmenhorst nach Bremen. Es muss möglich sein, den Unternehmen nicht nur die Sitzgarnitur ihrer Züge vorzuschreiben, sondern auch Nachteile für Mitarbeiter der Bahnbetriebe abzufedern. Auch sie dürfen nicht zu Opfern des politisch gewollten Wettbewerbs auf der Schiene werden.


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