Mann aus Haselünne muss zahlen 500.000 Euro Schmerzensgeld für Emsländer im Wachkoma

Von Dirk Fisser

Unfallfahrer muss 500.000 Euro Schmerzensgeld an Familienvater in Wachkoma zahlen. Foto: dpaUnfallfahrer muss 500.000 Euro Schmerzensgeld an Familienvater in Wachkoma zahlen. Foto: dpa

Osnabrück. Ein im Wachkoma liegender Familienvater aus dem Emsland hat Anspruch auf ein Schmerzensgeld in Höhe von 500.000 Euro. Das Oberlandesgericht in Oldenburg hat jetzt ein Urteil des Landgerichtes Osnabrück bestätigt. Das hatte den Haselünner Fahrer eines Autos zur Zahlung verurteilt, der den Mann nach dem Streit auf einer Betriebsfeier überfahren hatte.

Nach Mitteilung des Oberlandesgerichtes liegt der dreifache Vater seit dem Unfall im August 2010 im Wachkoma und wird künstlich ernährt. „Eine schwerere Gesundheitsschädigung als die vom Kläger erlittene sei kaum vorstellbar“, schreibt das Gericht. Dem zum Unfallzeitpunkt 35-Jährigen sei die Basis für eine eigene Persönlichkeit genommen worden. Er müsse vermutlich dauerhaft in einem Pflegeheim untergebracht werden.

280 PS starkes Auto

Die Richter in Oldenburg teilten die Einschätzung ihrer Kollegen aus Osnabrück, dass allein der Fahrer des 280 PS starken Wagens Verantwortung für den Zustand des Familienvaters habe. Im alkoholisierten Zustand habe er nach einem handgreiflichen Streit auf der Betriebsfeier weiter provozieren wollen, als er unvermittelt auf eine Menschenmenge zusteuerte. Dabei habe er den Familienvater mit mindestens 60 Kilometern pro Stunde erfasst und lebensgefährlich verletzt.

Unfallfahrer ging in Berufung

Die Summe von 500.000 Euro sei angemessen, so die Richter. Der Unfallwagenfahrer hatte das Urteil aus Osnabrück zwar angefochten, laut Gericht aber dennoch bereits 100.000 Euro Schmerzensgeld überwiesen. Hinzugekommen seien 80.000 Euro der Verkehrsopferhilfe.

Das Urteil des Oldenburger Zivilsenats ist noch nicht rechtskräftig. Eine Revision haben die Richter allerdings nicht zugelassen. Möglicherweise kommt es für den Unfallfahrer noch teurer. Das Landgericht Osnabrück wird laut Gerichtsmitteilung in der Folge noch über die Höhe des weiteren Schadensersatzes entscheiden.

Bewährungsstrafe

Neben der Zivilklage des Opfers musste sich der Fahrer auch strafrechtlich verantworten. In einem gesonderten Verfahren verurteilte ihn das Landgericht 2012 in Osnabrück zu zwei Jahren auf Bewährung wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs. Zudem wurde ihm für mindestens drei Jahre der Führerschein entzogen.