Ortungssystem Polizei stellt im Kreis Cloppenburg drei geklaute Radlader sicher

Von Frank Wiebrock

In einer Lagerhalle fanden die Polizeisten neben der gesuchten Arbeitsmaschine noch zwei weitere hochwertige Radlader, einen Baustellenkompressor und ein Quad. Foto: Polizei CloppenburgIn einer Lagerhalle fanden die Polizeisten neben der gesuchten Arbeitsmaschine noch zwei weitere hochwertige Radlader, einen Baustellenkompressor und ein Quad. Foto: Polizei Cloppenburg

Osnabrück. Am Morgen herrscht auf manchen Baustelle gähnende Leere: Nicht nur Luxuslimousine sind begehrtes Diebesgut, auch Baumaschine, die preislich gelegentlich in ähnlichen Ligen spielen. Der Diebstahl selbst ist nicht immer zu verhindern, aber weder Sportwagen noch Planierraupe müssen anschliessend spurlos verschwunden bleiben. Mit Hilfe eines Ortungssystems hat die Polizei jetzt gleich drei gestohlene Radlader ausfindig gemacht.

Wer noch ein altes Handy hat, kann sich ein solches Ortungssystem selber bauen. Wer es gern etwas professioneller hat, greift auf Geräte und Dienstleistungen diverser Anbieter zurück. Drei Dinge haben sowohl die Selbstbaulösung als auch hochprofessionelle Lösungen gemeinsam: Sie können per GPS ihre Position bestimmen, diese in der Regel per Mobilfunk melden und sind zumindest für eine gewisse Zeit von der Autobatterie unabhängig. Bei der Althandyverwertung kommt noch eine App hinzu, die diese Arbeiten übernimmt.

Das Leistungsspektrum der professionellen Anbieter reicht teilweise deutlich weiter: Systeme wie Cobra Telematics schlagen Alarm, wenn ein so gesichertes Fahrzeug einen vorgegebenen Bereich verlässt, egal, ob auf eigenen Rädern oder der Ladefläche eines Autotransporters. Porsche bietet das System seit 2005 als Extra für alle Neuwagen an. Viele Oberklassehersteller führen ähnliche Systeme auf der Zubehörliste.

Vom Porsche zum Radlader ist es dann zumindest gedanklich nur noch ein kleiner Schritt. Schließlich gib es Nachrüstsysteme, die auch preislich deutlich unterhalb des Porsche-Niveaus liegen. Das bekamen jetzt Unbekannten zu spüren, die einen Radlader von einer Baustelle in Cloppenburg klauten. Was die Diebe nicht wussten: Die Baumaschine war mit einem solchen Ortungssystem ausgestattet. Anhand dieser Daten machte die Polizei eine Lagerhalle in Emstek als Standort ausfindig.

Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie in der Lagerhalle neben der gesuchten Arbeitsmaschine noch zwei weitere hochwertige Radlader, einen Baustellenkompressor und ein Quad vorfanden. Auch diese Geräte waren in den Vorwochen von Baustellen in Cappeln und an der BAB 1 im Cloppenburger Bereich verschwunden, darunter auch ein Radlader einer Osnabrücker Straßenbaufirma.

Das sichergestellte Diebesgut hat nach Einschätzung der Polizei einen Gesamtwert von mindestens 100.000 Euro. Und die Polizisten sind optimistisch, auch die Täter im weiteren Verlauf der Ermittlungen identifizieren zu können.