Nach Leitungshavarie Einigung über ExxonMobil-Ölförderung in Grafschaft

Von Christian Schaudwet

Blick auf die Schadstelle im Juni. Hier war das Erdöl auf dem Feld des Betreibers ExxonMobil ausgelaufen. Foto: Stephan KonjerBlick auf die Schadstelle im Juni. Hier war das Erdöl auf dem Feld des Betreibers ExxonMobil ausgelaufen. Foto: Stephan Konjer

Osnabrück. Noch im September könnte auf dem Erdölfeld Georgsdorf in der Grafschaft Bentheim die Förderung wieder hochgefahren werden. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und der Betreiber ExxonMobil haben sich am Mittwoch auf Bedingungen geeinigt, unter denen das Feld wieder in größerem Umfang in Betrieb gehen kann.

Ende Juni waren rund 150000 Liter umweltschädliche Flüssigkeit aus einer maroden Leitung geflossen, darunter etwa 7500 Liter Öl. Das LBEG hatte daraufhin die Produktion stoppen lassen .

ExxonMobil Deutschland, Tochter des weltgrößten Erdölkonzerns, muss nach Angaben der Aufsichtsbehörde in Hannover zunächst sogenannte Vorfeldmessstellen zur Überwachung der Grundwasserqualität einrichten. Das sind Bohrungen, aus denen sich Grundwasserproben aus bis zu 40 Meter Tiefe entnehmen lassen. So soll sichergestellt werden, dass Grundwasser nicht unbemerkt verunreinigt wird. Die etwa acht Vorfeldmessstellen sollen in den kommenden Wochen entstehen. Ausgenommen von der Förderung bleiben die drei Ölbohrlöcher, die dem gefährdeten Trinkwasserbrunnen in der Nähe der Kreisstraße 4 am nächsten liegen. Dort sei eine Wiederinbetriebnahme der Förderung „bis auf Weiteres ausgeschlossen“, teilte die Landesbehörde am Donnerstag mit. Anfang September hatte sie nach ersten Sicherungsmaßnahmen die Betriebsaufnahme bereits auf einem Teil des pannenträchtigen Feldes genehmigt.

Grundsätzlich herrsche mit ExxonMobil Konsens über die weiteren Schritte, sagte der zuständige LBEG-Experte Michael Prusko. Er hatte am Mittwoch an einer Sitzung des nach der Havarie gegründeten Arbeitskreises und am Donnerstag an einer Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses des Landkreises Grafschaft Bentheim teilgenommen. Dort wurden die Pläne vorgestellt.

Bis Ende 2015 will ExxonMobil 40 Kilometer des alten Leitungsnetzes für rund 30 Millionen Euro austauschen. Zu einer Stellungnahme zu den neuesten Entwicklungen war das Unternehmen am Donnerstag nicht bereit. Alle Gefahren dürften aber auch unter den nun ausgehandelten Bedingungen noch nicht gebannt sein. LBEG-Chef Andreas Sikorski hatte Anfang Juli klargestellt: „Ein Restrisiko wird bleiben.“