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Studie des Verkehrsklubs Deutschland Mehr verunglückte Fußgänger in Osnabrück

Von Anika Becker

Unfall Rosenplatz: Die Polizei nimmt Spuren auf. Foto: Hermann PentermannUnfall Rosenplatz: Die Polizei nimmt Spuren auf. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. In Osnabrück hat die Zahl der verunglückten Fußgänger einer aktuellen Studie zufolge um vier Prozent zugenommen. Der Verkehrsklub Deutschland (VCD) hat untersucht, wie sicher Fußgänger auf den Straßen in Städten sind.

Das Ergebnis: Eigentlich sind Fußgänger relativ sicher – gemessen auch am Anteil der zurückgelegten Wege zu Fuß. Immerhin wird jeder vierte Weg zu Fuß unternommen. Allerdings heißt es vom VCD: „Unverhältnismäßig hoch ist jedoch die Gefahr, dass sie bei einem Unfall schwer oder sogar tödlich verletzt werden.“ Die meisten Städte könnten demnach deutlich mehr für die Sicherheit der Fußgänger tun.

Wer zu Fuß geht, wird also häufig Opfer von Unfällen mit schweren Folgen – insbesondere innerorts. Der VCD untersucht daher seit 2010 im Vergleich die Entwicklung in 80 Großstädten. In mehr als der Hälfte haben diese Zahlen in den vergangenen fünf Jahren zugenommen.

Darunter auch Osnabrück, wo im Jahr 2009 noch 82 Menschen verunglückten, 2013 waren es schon 95. Außerdem erhält Osnabrück die negative Zusatzbewertung, auch überdurchschnittlich viele Verunglückte im Hinblick auf die Werktagsbevölkerung zu haben. Damit sollen auch Pendlerbewegungen erfasst werden, die die Zahl der Menschen auf den Straßen beeinflusst.

Erst am Montagvormittag übersah ein Autofahrer auf dem Konrad-Adenauer-Ring eine 63-Jährige, die zu Fuß unterwegs war. Die Frau erlitt schwere Verletzungen. Und vergangene Woche Mittwoch verstarb eine 35-jährige Frau, nachdem ein Sattelzug sie erfasst hatte .

Ebenfalls eine negative Bewertung vergab der VCD an Hannover (+ 0,74 Prozent), Oldenburg (+5,59 Prozent) und Bielefeld (+3,01).

Münster hingegen schnitt besser ab: Hier kamen die vergangenen Jahre weniger Fußgänger im Verkehr zu schaden. Die Tendenz erfasst einem Rückgang von 3,73 Prozent. Den positivsten Trend vermeldet Hildesheim mit einem Rückgang von fast 12 Prozent.

Grund zur Entwarnung sei das allerdings nicht, stellt der VCD auf seiner Homepage heraus: „Vielerorts gibt es überhaupt keine Fußgängerstrategie.“ Kontinuität oder gar weitere positive Entwicklungen seien daher fragwürdig. Es sei viel für die Sicherheit von Radfahrern getan worden, Fußgänger habe man dabei vernachlässigt.

Dabei gebe es Möglichkeiten, die Städte sicherer zu machen: übersichtlichere Gestaltung von Kreuzungen, breitere Fußwege und kleine Hindernisse auf Straßen, um die Autofahrer zu bremsen.

Häufige Unfallursachen sind laut den ausgewerteten Statistiken falsches Abbiegen von Autofahrern und zu schnelles Fahren. Natürlich seien aber auch Fußgänger Schuld, wenn sie Straßen überqueren, ohne zu gucken oder sich nicht an rote Ampeln hielten. Am gefährlichsten unter den Fußgängern leben Kinder und Rentner. (mit dpa)