zuletzt aktualisiert vor

Verkehr bis 11 Uhr normalisiert Lokführer-Streik: Großes Chaos bleibt aus

Meine Nachrichten

Um das Thema Niedersachsen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Streik am Samstag. Symbolfoto: dpaStreik am Samstag. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat am Samstagmorgen ihren angekündigten, dreistündigen Streik abgehalten. „Das große Chaos ist ausgeblieben“, sagte Hartmut Petersen, Bezirksvorsitzender der GDL Nord unserer Redaktion. Der Ausstand sei dennoch ein Erfolg gewesen – nun setze sich die GDL neben das Telefon und warte auf ein Angebot der Deutschen Bahn.

Von 6 bis 9 Uhr hatte die GDL zum bundesweiten Streik aufgerufen. „Hundert Prozent unserer Mitglieder sind dieser Aufforderung gefolgt“, sagte Petersen. Das zeige, wie groß die Frustration ist.

Das große Chaos sei allerdings ausgeblieben, sagte Petersen. Obgleich selbst im Fernverkehr kaum Züge gefahren seien, habe es aufgrund der frühen Zeit kein Chaos gegeben. „Es lief um Längen ruhiger als am Montag“, sagte Petersen. Dennoch legte der Streik am Morgen weite Teile des Zugverkehrs lahm. Bereits am vergangenen Montag hatte die Arbeitsniederlegung von Lokführern den Bahnbetrieb lahm gelegt und nach Angaben der Bahn Zehntausende Reisende getroffen. Auch am Osnabrücker Hauptbahnhof mussten Passagiere mitunter stundenlange Verspätungen in Kauf nehmen.

Die GDL habe mit ihrem Streik am Samstag „ein Zeichen gesetzt“, sagte Petersen. Ein weiterer Streik sei aber vorerst nicht geplant. „Auf unserer Hauptvorstandssitzung am Montag wollen wir das weitere Vorgehen beschließen – mit einem Auge auf dem Telefon“, so Petersen. Die GDL erwarte nun ein Angebot der Bahn, dann wolle sie entscheiden.

Zugverkehr rollt wieder

Derweil rollen die Züge der Bahn wieder. Bis der Betrieb wieder planmäßig laufe, dauere es aber noch etwas, sagte Petersen. Bis 11 Uhr habe sich der Plan vermutlich wieder normalisiert. Vom Streik betroffen waren Regional- und Fernzüge, die S-Bahnen in Berlin und Hamburg sowie der Güterverkehr, wie der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky am Morgen in Berlin sagte. Die Deutsche Bahn bestätigte dies. Die Schwerpunkte des Streiks lagen nach ihren Angaben im Norden Deutschlands, in Berlin, in der Region Leipzig sowie punktuell in Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Grund für die Arbeitsniederlegungen ist der anhaltende Tarifstreit. Die GDL ringt mit der Bahn darum, eigenständig für das Zugpersonal Tarifverhandlungen führen zu können und fordert unter anderem fünf Prozent mehr Geld.

(mit dpa)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN