Streit um Stromkosten vor Landgericht Verlangt EWE zu viel Geld für Cannabisplantage in Sögel?

Eine Hanfplantage. Nicht die in Sögel, sondern hier eine Aufnahme aus Kluse, also ebenfalls im Emsland. Foto: ArchivEine Hanfplantage. Nicht die in Sögel, sondern hier eine Aufnahme aus Kluse, also ebenfalls im Emsland. Foto: Archiv

Osnabrück. Die Entscheidung im Streit zwischen dem Energieversorger EWE und dem Betreiber einer Drogenplantage im emsländischen Sögel ist vor dem Landgericht Osnabrück vertagt worden. Die Vorsitzende Richterin rechnete dem Unternehmen aus Oldenburg vor, dass es möglicherweise zu viel Geld für den illegal abgezweigten Strom zum Betrieb der Plantage verlange.

Auf 110.000 Euro hatte der Energieversorger den Niederländer verklagt – 73.000 Euro für den Strom und 38.000 Euro Vertragsstrafe (hier weitere Infos) . Die Richterin kam allerdings lediglich auf eine Gesamtsumme von 84.000 Euro, teilte ein Gerichtssprecher nach der Verhandlung mit. Der Anwalt der Oldenburger erbat sich daraufhin Bedenkzeit und will am zweiten Verhandlungstag dazu Stellung nehmen.

Der ist für den 18. Juli angesetzt. Möglicherweise wird dann auch ein Urteil ergehen. Der Niederländer, der bereits wegen bandenmäßigen Betruges verurteilt worden ist, weigert sich zu zahlen: Er habe das Gebäude vermietet. Deshalb müssten seine Mieter für den Energieverbrauch samt der Strafe aufkommen. Er selbst sei auch nicht wegen des Drogenanbaus, sondern wegen des anschließenden Handels mit den Betäubungsmitteln verurteilt worden. So seine Argumentation.

Wie das Landgericht zuvor mitgeteilt hatte, war die Plantage im Mai 2010 aufgeflogen. Die Ermittler stellten dabei 70 leistungsstarke Lampen und zusätzlich 50 Schaltgeräte das notwendige Licht und die Wärme für die Aufzucht der Pflanzen lieferten. Die Lampen waren unter Umgehung des Stromzählers ans Stromnetz angeschlossen worden.


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