Alarmierender Einbruch bei Europawahl FDP verlor in Hochburgen drei von vier Wählern

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Eine böse Schlappe erlitt die niedersächsische FDP mit ihrem Landeschef Stefan Birkner bei der Europawahl. Foto: dpaEine böse Schlappe erlitt die niedersächsische FDP mit ihrem Landeschef Stefan Birkner bei der Europawahl. Foto: dpa

Hannover. Die niedersächsische FDP ist bei der Europawahl alarmierend eingebrochen und in weiten Landesteilen zu einer Splitterpartei geschrumpft. Das geht aus einer jetzt veröffentlichen Übersicht der Landeswahlleiterin hervor.

Diesen Zahlen zufolge kamen die Liberalen zwischen Ems und Elbe nur noch auf 2,5 Prozent der Stimmen und rutschten damit auf den 6. Platz hinter CDU (39,4), SPD (32,5), Grüne (10,9), Alternative für Deutschland/AfD (5,4) und Linke (4,0) ab.

Gerade in ihren Hochburgen erlitt die FDP Verluste in zweistelliger Höhe. So sackte die Partei in Oldenburg um 11,3 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent ab und büßte hier mehr als drei Viertel ihrer Wähler ein. Im Ammerland ging es um 11,1 Punkte auf 3,5 und in Diepholz um 10,6 Punkte auf 3,7 Prozent zurück. Diese 3,7 Prozent bedeuteten zugleich Rekordwert für ganz Niedersachsen.

Im Wahlkreis Cuxhaven kam die FDP nur noch auf 1,6 Prozent. Auch in Salzgitter, Aurich, Leer, Lüchow-Dannenberg und Schaumburg blieben die Freien Demokraten unter der Zwei-Prozent-Marke. Lediglich in zehn Wahlkreisen lag die Partei über drei Prozent.

Tief im Keller dümpeln weiterhin die Piraten. In elf Wahlkreisen blieben sie unter einem Prozent; bestes Resultat waren die 2,3 Protzen in Braunschweig.

Die AfD setzte sich dagegen auf Anhieb durch und übersprang in 31 von 46 Wahlkreisen die Fünfprozentmarke. Mit 8,9 Prozent hatten die Alternativen erwartungsgemäß ihr höchstes Aufkommen im Bereich Harburg, wo ihr Bundesvorsitzender Bernd Lucke kandidierte. Celle folgte mit 7,9 Prozent. Die wenigste Unterstützung fand die AfD in der Grafschaft Bentheim mit 2,8 und im Emsland mit 3,0 Prozent.

Auch für die Linken gab es im Emsland und in der Grafschaft Bentheim mit 2,3 beziehungsweise 2,4 Prozent am wenigsten zu holen. Am besten schnitt die Partei in den Universitätsstädten Oldenburg (7,7) und Osnabrück (5,8) ab.

Als Grünen-Hochburg entpuppte sich einmal mehr Lüchow-Dannenberg mit 25,6 Prozent vor den Städten Oldenburg (21,5) und Osnabrück (17,9). Zweistellige Ergebnisse verbuchte die Ökopartei in 18 Wahlkreisen; am schlechtesten schnitten die Grünen in Cloppenburg (4,6) und dem Emsland (5,5) ab.

Emden (45,4), Aurich (44,1) und Leer (41,1) bildeten die stärksten Wahlkreise für die SPD, die den größten Zuwachs in Delmenhorst (8,2) sowie mit je 7,9 Prozent in Harburg und Osnabrück erzielte. Aus dem Rahmen fiel mit nur 15,9 Prozent Vechta.

Dagegen lag die CDU in Vechta mit 65,1 Prozent weit in Front. Es folgten Cloppenburg (63,5) und das Emsland (62,7). Den höchsten Gewinn erzielten die Christdemokraten mit 8,9 Prozentpunkten in Cuxhaven, während sie in der Stadt und im Landkreis Osnabrück mit 5,9 beziehungsweise 4,9 Prozent das stärkste Minus zu verkraften hatte. Am wenigsten zu holen gab es für die Union mit 24,2 Prozent in Emden.


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