Pistorius reagiert auf „Bild“-Bericht Führen Notrufe in Niedersachsen zu oft ins Leere?

Kein Anruf unter dieser Nummer? „Bild“-Bericht: Viele Notrufe laufen ins Leere. Innenminister reagiert. Foto: imagoKein Anruf unter dieser Nummer? „Bild“-Bericht: Viele Notrufe laufen ins Leere. Innenminister reagiert. Foto: imago

Osnabrück. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung bleibt jeder 10. Notruf in Niedersachsen unbeantwortet. Dies belege eine Statistik aus dem niedersächsischen Innenministerium, wie die Zeitung schreibt. Innenminister Boris Pistorius hält dagegen.

Das niedersächsische Innenministerium hat einem Bericht der „Bild“-Zeitung Hannover widersprochen, wonach etwa jeder zehnte Notruf in dem Bundesland „ins Leere laufe“.

Die „Bild“-Zeitung hatte berichtet, im Jahr 2013 seien rund 11 Prozent der Anrufe auf der Notfallnummer 110 nicht angenommen worden. Von 1,91 Millionen Notrufen sind das etwa 206000 Anrufe. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine „interne Statistik aus dem Innenministerium“, die ihr „exklusiv“ vorliege.

Diesem Dokument zufolge gingen in der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund 28 Prozent der Anrufe ins Leere, wie die Zeitung schreibt, in Leer und Emden 23 Prozent. In Hannover seien es acht Prozent, in Braunschweig fünf.

Die Zeitung zitiert den FDP-Politiker Jan-Christoph Oetjen, der die Hauptursache in einem Personalmangel in den Einsatzzentralen sieht. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung dauere es in besonderen Situationen auch länger als 20 Sekunden, bis ein Anruf angenommen werde.

Das Innenministerium widersprach diesem Bericht in einer Pressemitteilung in mehreren Punkten. So liege dem Bericht eine Kleine Anfrage zugrunde, wird Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius zitiert. „Es handelt sich keinesfalls um ein ‚geheimes‘ Papier, wir haben hier lediglich die Fragen aus dem Parlament beantwortet“, hieß es weiter.

Die Zahlen seien „sehr pauschal“ wiedergegeben worden, zudem seien regionale Unterschiede nicht berücksichtigt, sondern „nur hochgerechnet“, so die Kritik des Ministeriums. In der Polizeidirektion Hannover dauere die Reaktionszeit beispielsweise nur sieben Sekunden, bis ein Anruf angenommen werde, nicht wie in dem Bericht sechs bis acht Sekunden im Durchschnitt. Die Fälle, in denen die Polizei einen Notruf nicht sofort annehmen könne, seien die „absolute Ausnahme“, Engpässe könne es beispielsweise während eines Großbrands, schweren Autounfällen oder Hochwasser geben.


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