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Jahrestreffen der Lloyd Freunde Fahren voller Todesverachtung im Leukoplastbomber


wie/NWM-TV Vechta. Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd.“ Trotzdem: In den 50er Jahren gab es viele Menschen, die sich für die Autos der zum Bremer Borgward-Konzern gehörenden Firma begeisterten. Furchtlos zu sein, das war für viele allemal besser und finanzierbarer, als „Ford“ zu fahren und nie wieder zu kommen. Oder sich als Popel hinter das Lenkrad eines Opels zu klemmen. In Lohne trafen sich jetzt die Fans der Marke zu ihrem inzwischen 33. Jahrestreffen.

Im Jahr 1949 gründete der Ingenieur Carl Friedrich Wilhelm Borgward seinen Automobilkonzern in Bremen. Mit den Marken Borgward, Hansa, Goliath und Lloyd wuchs das Unternehmen zum drittgrößten Automobilhersteller Deutschlands und war lange der größte Arbeitgeber in der Hansestadt. Das Unternehmen startete zuerst mit Kleinwagen, drängte aber zum Ende der 50er Jahre mit der vierzylindrigen Arabela in die untere Mittelklasse.

Die Kleinwagen der Marke Lloyd wurden aufgrund der Materialknappheit aus Speerholz gefertigt und mit Kunstleder überzogen. Das Modell Lloyd LP 300 wurde von einem 300 Kubikzentimeter großen und zehn PS starken Zweitakter angetrieben. Obwohl beides im Kleinwagenbau nicht ungewöhnlich war, sorgten Motorenleistung und Bauart der Baureihen LP 300 und LP 400 für Gespött: „Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd“. Zumal diese Konstruktionen noch über hinten angeschlagene „Selbstmördertüren“ verfügten. „Leukoplast-Bomber“ war der Spitzname für das Gefährt, der auch erhalten blieb, als Lloyd Ganzstahlkarosserien fertigte.

Der 400er wurde dann schon von einem 400 Kubikzentimeter großen und auf immerhin 13 PS erstarkten Motor angetrieben. Auch die Karosserie wurde überarbeitet, mehr Kurven als Ecken.

Und den Tod? Den scheuen noch heute rund 1.000 Lloyd-Fahrern in Deutschland nicht. Ganz im Gegenteil, Lloyd-Fahern, das macht Spaß. In Märschendorf bei Lohne im Landkreis Vechta trafen sich am Wochenende die stolzen Besitzer.