Nach Gewalt gegen Helfer AfD bittet um Polizeischutz

Von Hans Brinkmann

Ziel von Zerstörungen: Plakate der AfD. Foto: dpaZiel von Zerstörungen: Plakate der AfD. Foto: dpa

Hannover. Nach gewalttätigen Attacken auf Wahlhelfer und einer massenhaften Zerstörung von Plakaten hat die „Alternative für Deutschland (AfD)“ die Landesregierung in Niedersachsen um Polizeischutz gebeten.

AfD-Landeschef Paul Hampel erklärte am Freitag in Hannover, am Osterwochenende seien ein 63-Jähriger und dessen 38-jähriger Sohn beim Aufhängen von Wahlkampfplakaten in der Wolfsburger Dieselstraße von zwei Männern angegriffen worden. Einer habe mit einem Schlagring zugelangt und dem 63-Jährigen Kopfverletzungen zugefügt, die im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Hampel wertete den Vorfall in Wolfsburg als bisherigen Höhepunkt in einer Reihe von Attacken, denen die AfD vor der Bundestagswahl und auch jetzt im Europawahlkampf ausgesetzt gewesen sei. Vor allem aus der linken Szene im Göttinger Raum sowie im Bereich Lüneburg/Uelzen werde gezielt versucht, die europakritische Partei einzuschüchtern und deren Wahlkampf zu unterbinden.

Laut Hampel wurden zum Beispiel in Winsen/Luhe, wo AfD-Bundeschef Bernd Lucke kandidiert, alle 140 Plakate der Partei zerstört beziehungsweise entwendet. In Gifhorn seien von 120 Plakaten nur noch 20 vorhanden; Ähnliches werde aus anderen Städten gemeldet. Der Landeschef beklagte, dass es aus der linken Antifa gezielte Aufrufe zur Störung des AfD-Wahlkampfes gebe; in Lüneburg unterstütze die Stadt dieses Treiben sogar, indem sie für eine Veranstaltung gegen die AfD kommunale Räume zur Verfügung stelle.

„Wahlkampf darf nicht zur Treibjagd werden“, kritisierte Hampel. Um Mitglieder gegen weitere Übergriffe zu schützen, habe man sogar überlegt, den Straßenwahlkampf in Niedersachsen ganz einzustellen. Davon habe man aber Abstand genommen. Künftig sollten immer nur vierköpfige Teams bei Plakataktionen eingesetzt werden; zudem habe man Ministerpräsident Stephan Weil und Innenminister Boris Pistorius (beide SPD) um Polizeischutz gebeten.

Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte den gewalttätigen Zwischenfall in Wolfsburg und gezielte Plakatzerstörungen etwa in Stade und Uelzen. Es gebe auch Erkenntnisse über Aufrufe aus der linken Szene, die AfD zu bekämpfen. Im Fall Wolfsburg werde allerdings aufgrund der offenbar massiven Gegenwehr der AfD-Helfer wegen „wechselseitiger Körperverletzung“ ermittelt.

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