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Schaden von 41.000 Euro Hacker knacken Telefonanlage im Amtsgericht Vechta

Die Hacker leiteten Anrufe nach Burundi weiter. Foto: dpaDie Hacker leiteten Anrufe nach Burundi weiter. Foto: dpa

Osnabrück. Das wird teuer: Unbekannte haben sich in die Telefonanlage des Amtsgerichts Vechta gehackt und Anrufe ins Ausland umgeleitet. Schadenhöhe: mehr als 41.000 Euro.

Offenbar seien die Anrufe ins afrikanische Burundi umgeleitet worden, berichtet der NDR. Von 5000 umgeleiteten Telefonaten allein im Dezember ist die Rede. Die Täter drangen demnach von außen in das System ein – vermutlich, indem sie das Passwort knackten. Die meisten Anrufe seien an kostenpflichtige Servicenummern gegangen, was der Behörde besonders teuer zu stehen kommt.

Der Osnabrücker Staatsanwalt Alexander Retemeyer weist darauf hin, dass vor allem Standard-Passwörter in Telefonanlagen leichtes Spiel für Kriminelle bedeuten. „Unternehmen und Behörden benutzen häufig simple Zahlenkombinationen, die einfach erraten werden können“, sagt er. „Wer es drauf anlegt, kann das Kennwort durch Ausprobieren herausfinden – und dann Anrufe umleiten.“ Sicherer sei es, wenn Passwörter nach der Installation der Telefonanlage geändert würden.

Andernfalls bleiben Firmen auf dem finanziellen Schaden sitzen. Das Amtsgericht Vechta allerdings, so schreibt der NDR, könne die entstandene Summe kaum aus dem Behördenetat decken. Wer dafür aufkommt, ist demnach noch unklar. Das Oberlandesgericht Oldenburg hat den Fall zumindest zum Anlass genommen, in seinem Gerichtsbezirk die Telefonanlagen zu überarbeiten.


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