zuletzt aktualisiert vor

Fotofalle hat ausgelöst Wolf in Meppen und Nordhorn gesichtet


Osnabrück. In Meppen und in Nordhorn ist jeweils ein Wolf in eine Fotofalle getappt. Ob es sich um das gleiche Tier handelt, ist noch unklar. Die Bundesjägerschaft untersucht die Fälle.

Rund ein Jahr nach dem Emsland-Wolf ist auf dem Schießplatz bei Meppen erneut ein Wolf in eine Fotofalle getappt. Das war nach Angaben der Landesjägerschaft Niedersachsen Mitte März. Gut vierzehn Tage später, am 3. April, fotografierte eine Wildüberwachungskamera auf dem Schießplatz Nordhorn-Range ebenfalls einen Wolf. Nachdem ein Jäger das Tier am vergangenen Wochenende erneut in der Region Nordhorn gesehen hatten, hat der Bundesforstbetrieb die Wolfssichtung nun öffentlich gemacht. „Ob es sich bei den beiden Tieren um ein oder zwei Wölfe handelt, kann noch nicht klar gesagt werden“, erklärte Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft. Ebenso unklar sei, ob es sich um die Wolfsfähe (weibl. Tier) aus dem vergangenen Jahr handelt.

Jungwolf auf Partnersuche

Klaus Pfennig betreut den Betriebsbereich Meppen des Bundesforstbetriebs Niedersachsen. Gegenüber unserer Redaktion sagte er, dass es sich bei dem Tier in Nordhorn vermutlich um einen Jungwolf handle, der aus seinem Rudel ausgestoßen worden und nun auf Revier- und Partnersuche sei. „Wenn sie einen Partner finden, werden sie standorttreu und gründen ein eigenes Rudel“, so Pfennig. Die Bereiche Engdener Wüste und der Schießplatz bei Meppen böten laut dem Forstdirektor genügend Nahrung und Platz, damit sich dort Wölfe niederlassen könnten. Bislang gehe er jedoch davon aus, dass die Region ein Wolfspass, also ein Durchzugsgebiet, in Richtung Niederlande sei.

„Wölfe sind scheue Tiere“

Um sicherzugehen, dass es sich bei dem fotografierten Tier um einen Wolf handelt, haben die Jäger bereits eine Kotprobe zur Jägerschaft nach Hannover geschickt. So soll auch festgestellt werden, woher das Tier kommt. Wahrscheinlich ist, dass der Wolf aus der Lüneburger Heide stammt. Dort gibt es mittlerweile mehrere Wolfsrudel. Und dort gibt es auch immer wieder Ärger mit Nutztieren, die von den Wölfen gerissen werden. In Celle, im Landkreis Bergen, sind am vergangenen Freitag sogar Lämmer in einem Stall angegriffen worden, wie der NDR berichtet. Forstdirektor Klaus Pfennig sieht allerdings keine Gefährdung für die Menschen um und in Nordhorn: „Wölfe sind scheue Tiere, die die Menschen meiden.“ Landwirte sollten jedoch dafür sorgen, dass ihre Tiere gut eingezäunt sind.

Emsland-Wolf verschwunden

Bereits im vergangenen Jahr war bei Meppen eine Wölfin gesichtet worden. Trotz guter Zusammenarbeit mit den Jägerkollegen aus den Niederlanden sagte Pfennig: „Wir wissen nicht, wo das Tier jetzt ist.“ Ohnehin sei es ein großer Zufall, dass die Wölfe in Meppen und Nordhorn fotografiert worden seien. In beiden Gebieten gebe es jeweils nur eine Wildüberwachungskamera, so der Forstdirektor. Pro Tag legen die Wölfe bis zu 70 Kilometer zurück. Vor einem Monat soll außerdem bei Vechta ein Wolf gesichtet worden sein. Beweise dafür gab es jedoch nicht.


1 Kommentar