Nicht rechtzeitig umgerüstet Niedersachsen verhandelt mit Microsoft über XP-Support

Microsoft wollte Windows XP ab dem 8. April eigentlich nicht mehr unterstützen. Foto: ArchivMicrosoft wollte Windows XP ab dem 8. April eigentlich nicht mehr unterstützen. Foto: Archiv

Osnabrück. Das Land Niedersachsen steckt derzeit in Verhandlungen mit Microsoft, um Zeit für den Umstieg von Windows XP auf ein neues Betriebssystem zu gewinnen. Das Land hatte es nicht geschafft, rechtzeitig umzurüsten. Zu den Kosten wollten sich weder das Land noch Microsoft äußern.

Das bestätigte der stellvertretende Referatsleiter für IT-Infrastruktur im niedersächsischen Innenministerium, Walter Swoboda, im Gespräch mit unserer Redaktion. Microsoft hatte eigentlich angekündigt, den Support von Windows XP am 8. April ein zustellen. Danach können enorme Sicherheitslücken entstehen. Offenbar aufgrund des immer noch hohen Marktanteils von XP ist Microsoft bereit, zumindest für seine Großkunden den Support gegen Aufpreis zu verlängern.

Im vergangenen Jahr hatte sich das Land Niedersachsen von T-Systems getrennt - das Unternehmen der Telekom sollte die Rechner des Landes eigentlich termingerecht umrüsten. Allerdings war es zu finanziellen und organisatorischen Differenzen gekommen. Nun kümmert sich der Landesbetrieb IT.Niedersachsen um die Umstellung. „Es war für uns klar, dass es günstiger ist, den Support für Windows XP zu verlängern, als den angedachten Weg fortzusetzen“, sagte Swoboda.

Support wird von Steuerzahlern bezahlt

Aber auch der zusätzliche Support wird Geld kosten. Geschultert wird er am Ende des Tages von den Steuerzahlern. Über die Höhe der Kosten wollte Swoboda keine Angaben machen. „Derzeit laufen noch die abschließenden Verhandlungen. Die Höhe der Summe geben wir in Abstimmung mit Microsoft bekannt.“ Ob der Konzern einer Veröffentlichung zustimme, sei allerdings unklar.

Swoboda sagte aber, das Land fühle sich von Microsoft nicht schlecht behandelt. „Microsoft ist auf uns zugegangen.“ Rund 7.000 Arbeitsplätze des Landes werden derzeit noch von IT.Niedersachsen mit Windows XP betrieben, sagte Swoboda. Das sei allerdings nur ein geringer Teil aller Rechner. Andere Computer liefen bereits auf Windows 7 oder über das Betriebssystem Linux, so Swoboda weiter. Er geht davon aus, das bis spätestens Mitte 2015 die übrigen Arbeitsplätze auf Windows 8.1 umgestellt werden können. Microsoft wollte sich auf Anfrage unserer Redaktion nicht zu den Vertragsverhandlungen und den Kosten für einen weiteren Support äußern.


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