Strecken ausgeschrieben Bald neue Züge von Osnabrück nach Bremen und Oldenburg?



Osnabrück. Welcher Bahnanbieter fährt künftig zwischen Osnabrück und Oldenburg beziehungsweise Bremen? Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat das sogenannte Weser-Ems-Netz mit insgesamt vier Eisenbahnlinien neu ausgeschrieben. Bislang ist hier die Nordwestbahn mit Sitz in Osnabrück im Regionalverkehr unterwegs.

Europaweit können sich jetzt Bahnunternehmen bewerben. Laut LNVG umfasst die Strecke jährlich knapp fünf Millionen Zugkilometer. Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 könnte ein Betreiberwechsel vonstattengehen, sofern die Nordwestbahn die Ausschreibung nicht erneut gewinnt.

Zum zweiten Mal ausgeschrieben

Sie hatte im Jahr 1998 den Zuschlag für die Strecken (hier die Übersicht) im Schienenpersonennahverkehr erhalten und sich unter anderem gegen die Deutsche Bahn durchgesetzt. Es waren die ersten Eisenbahnlinien in Niedersachsen, die im europäischen Wettbewerb ausgeschrieben wurden. Das Beispiel machte Schule: Mittlerweile fährt der ehemalige Marktführer Deutsche Bahn nur noch auf 39 Prozent der regionalen Strecken im Land. Auf dem Rest ist private Konkurrenz unterwegs.

Jüngstes Beispiel war die Emslandstrecke . Hier übernimmt im Dezember 2015 die Westfalenbahn aus Bielefeld den Schienenpersonennahverkehr zwischen Emden und Münster, ebenso auf der sogenannten Mittellandlinie von Rheine über Osnabrück nach Bielefeld und weiter nach Hannover und Braunschweig. Die Regionalbahn hatte sich ebenfalls gegen die Deutsche Bahn durchgesetzt und sich die Strecken bis Dezember 2030 gesichert.

Nicht ganz so lang ist die Ausschreibung für Weser-Ems-Netz (hier der Ausschreibungstext): Wer gewinnt, darf für zehn Jahre Passagiere befördern mit einer Option eine Verlängerung auf weitere zwei Jahre. Insgesamt 43 Dieseltriebzüge sind für die Strecken vorgesehen, mehr als bislang. Sie werden allerdings nicht von den Bahngesellschaften gestellt.

Das Land Niedersachsen verfügt über einen eigenen Pool an Zügen. Aus diesen werden dann den Betreibern Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Nach Angaben der LNVG handelt es sich dabei um die Modelle, die bereits jetzt auf den Strecken unterwegs sind. Neue Sitze, Anzeigetafeln und mehr Zugbegleiter sollen den Komfort steigern.

Wie die LNVG weiter mitteilte, läuft die Ausschreibung bis Ende Juli 2014. Ende November soll dann die Entscheidung über den Gewinner fallen.

Auf der Strecke war es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Unfällen gekommen. Ein Großteil der Bahnübergänge ist unbeschrankt. An den Sicherheitsvorkehrungen wird sich im Zuge der neuerlichen Ausschreibung aber wohl nichts ändern. Das wäre Sache der DB-Tochter Netz AG und geschieht unabhängig von der Ausschreibung.


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