Neues Nachhaltigkeitskonzept Jugendherbergen im Nordwesten wollen den Veggie-Day

Es geht auch ohne Fleisch: Jugendherbergen führen den Veggie-Day ein. Foto: dpaEs geht auch ohne Fleisch: Jugendherbergen führen den Veggie-Day ein. Foto: dpa

Osnabrück. Der Nordwesten wird nachhaltig – zumindest bei den Jugendherbergen. Energieeinsparungen, intelligentes Wirtschaften und die Einführung eines sogenannten Veggie-Days sollen die Ökobilanz der 34 Häuser des Landesverbands Unterweser-Ems im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) spürbar verbessern. Das entsprechende Konzept stellte der Landesverband am Donnerstag in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück vor, die das Modellprojekt mit 155000 Euro gefördert hatte.

Seit 2010 hatte der Landesverband ein nachhaltiges Unternehmenskonzept entwickelt. Im Jahr 2011 wurde es an sechs Modellstandorten erprobt: Die Jugendherbergen Alfsee, Bad Iburg, Lingen, Borkum, Norderney und Bremen ermittelten unter anderem ihren Energieverbrauch und ihre CO2-Bilanz, passten ihr Einkaufsverhalten an und richteten ihr Programm an einer Bildung für nachhaltige Entwicklung aus. Lingen gilt noch heute als Modellstandort für Energie, die Jugendherberge Alfsee als Impulsgeber für den Bereich Verpflegung. Vor allem aber wurde das Konzept auf alle 34 Jugendherbergen im Nordwesten übertragen.

Nur halb so viel CO2 wie im Hotel

Die Ergebnisse des Modellversuchs, die zugleich Maßstab für die künftige Arbeit sind, stellte der Landesverband in seinem ersten Nachhaltigkeitsbericht zusammen. Eine Erkenntnis: Während eine Übernachtung im Hotel durchschnittlich 28 Kilogramm CO2 verursacht, konnten die Jugendherbergen ihren Ausstoß auf 13,9 Kilogramm senken. Dazu tragen energetische Sanierungen und andere Energie einsparende Maßnahmen ebenso bei wie das Aufbereiten gebrauchter Möbel und eben ein veränderter Speiseplan.

So würden die Herbergsküchen und -kantinen Kaffee, Tee, Nudeln, Gemüsebrühe und Honig nur in Bioqualität anbieten und verstärkt auf regionale Produkte setzen. Ein fleischloser Tag pro Woche soll die Bilanz weiter verbessern. Bis auf eine einzige negative Rückmeldung ist dieser Veggie-Day von den Gästen sehr positiv angenommen worden, wie Petra Bötcher, Leiterin der Jugendherberge Borkum, sagte.

„Wegweisend für andere Landesverbände“

Der DJH-Hauptverband setzt nun darauf, dass die anderen Landesverbände das nachhaltige Unternehmenskonzept aus dem Nordwesten übernehmen, wie Geschäftsführer Bernd Dohn sagte. Diese Hoffnung äußerte auch DBU-Generalsekretär Heinrich Bottermann: Angesichts der Dimension und der großen Multiplikatorwirkung des DJH sei das Projekt als „wegweisend“ einzustufen. „Jetzt besteht die große Chance, den Gedanken des nachhaltigen Wirtschaftens im Sinne eines integrierten Nachhaltigkeitsmanagements im gesamten DJH und auch in vergleichbaren Einrichtungen außerhalb des DJH langfristig zu verankern und sichtbar zu machen.“


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