Landesregierung bringt Gesetz auf den Weg Schulgeld in der Altenpflege soll abgeschafft werden

Von Constantin Binder

Pflegeberufe sollen attraktiver werden – indem das Schulgeld in der Ausbildung abgeschafft wird. Foto: dpaPflegeberufe sollen attraktiver werden – indem das Schulgeld in der Ausbildung abgeschafft wird. Foto: dpa

Osnabrück. Die niedersächsische Landesregierung hat in ihrer Sitzung am Dienstag den Weg für eine gesetzlich abgesicherte Schulgeldfreiheit in der Altenpflegeausbildung freigemacht. Den mit der Pflege befassten Verbänden soll nun die Änderung des Pflegegesetzes zur Anhörung vorgelegt werden, teilte das Landessozialministerium mit. Langfristig sollen so mehr Schüler für die Altenpflege gewonnen werden.

Die Gesetzesänderung sei ein wichtiger Schritt im Bemühen, die Pflegeberufe attraktiver und interessanter für Menschen zu machen, die auf der Suche nach einem für sie geeigneten Beruf sind, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) unter Verweis auf den Fachkräftemangel in der Pflege.

In Niedersachsen leben nach Angaben des Sozialministeriums derzeit 275.000 pflegebedürftige Menschen. Im Jahr 2020 werden es laut Schätzungen bereits 310.000 sein, bis 2050 wird sich ihre Zahl auf 480.000 fast verdoppelt haben. Bereits heute fehlen den Angaben zufolge in der Pflege etwa 3000 Fachkräfte.

„Hemmschuh für junge Menschen“

In der Altenpflegeausbildung lernen dem Ministerium zufolge zwei Drittel der Schüler an Schulen in freier Trägerschaft, die ein Schulgeld erheben. Das stelle „besonders für junge Menschen bei ihrer Berufswahlentscheidung einen Hemmschuh dar“, so das Sozialministerium in seiner Mitteilung. Derzeit fördert das Land Altenpflegeschüler an privaten Schulen mit bis zu 200 Euro im Monat, sodass diese im Ergebnis schon jetzt kein Schulgeld mehr zahlen. Diese Förderpraxis müsse endlich gesetzlich abgesichert werden, sagte Rundt laut Mitteilung. Bislang handele es sich lediglich um freiwillige Leistungen des Landes. Mit der gesetzlichen Absicherung solle das Ziel erreicht werden, die Anzahl der Schüler in der Altenpflege zu erhöhen.

Ferner forderte die Sozialministerin die Pflegekassen und die Verbände der Pflegeeinrichtungen auf, die Pflegesätze anzuheben. Diese lägen in Niedersachsen weit unter dem Bundesdurchschnitt; eine Erhöhung sei eine weitere Voraussetzung dafür, dass in Niedersachsen ausreichend Menschen für den Beruf des Pflegers gewonnen werden könnten, sagte Rundt.


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