Prozessbeginn noch im März? Mordfall Christina: Anklage 26 Jahre nach Tat erhoben

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Osnabrück. 26 Jahre nach der Tat hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück Anklage gegen den mutmaßlichen Mörder der kleinen Christina erhoben. Der Vorwurf der Ermittler: Er soll das damals neun Jahre alte Mädchen umgebracht haben, um eine vorangegangene Vergewaltigung zu vertuschen. Der Angeklagte hatte die Tat nach seiner Festnahme im September vergangenen Jahres gestanden.

Wird die Anklage zugelassen, könnte der Mordprozess am Landgericht Osnabrück noch im März beginnen. Sein Anwalt Frank Otten erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass sich sein Mandant in einem Gerichtsverfahren äußern werde. „Er will Rede und Antwort stehen“, so Otten.

Der mutmaßliche Mörder war im September 25 Jahre nach dem Verbrechen festgenommen worden. Die Ermittler hatten an Kleidungsstücken des Mädchens mit neuer Kriminaltechnik seine DNA sicherstellen können. Im Zuge einer freiwilligen Untersuchung hatte er eine Speichelprobe abgegeben.

Nach der Festnahme gestand der Osnabrücker im Verhör das Verbrechen. Seit dem sitzt er in Untersuchungshaft.

Überprüfungen der Ermittler ergaben laut Staatsanwaltschaft keine Hinweise auf weitere Verbrechen. Demnach lebte der Mann nach dem Verbrechen 1987 vollkommen unbehelligt in Osnabrück, war verheiratet und ging einer geregelten Arbeit nach.

Da er zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alt war, muss das Gericht im Falle einer Verurteilung wegen Mordes darüber entscheiden, ob Erwachsenen- oder Jugendstrafrecht angewandt wird. Dazu hat die Kammer festzustellen, welchen geistigen Reifegrad der Mann vor 26 Jahren hatte. Kommen die Richter zur Erkenntnis, dass er einem Jugendlichen gleichzusetzen war, droht ihm eine maximale Haftstrafe von zehn Jahren.


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