Nur Grüne legen zu Parteien in Niedersachsen beklagen Mitgliederschwund

Von dpa

Mitgliederschwund allenthalben – nur die Grünen gewinnen an Nachwuchs. Foto: dpaMitgliederschwund allenthalben – nur die Grünen gewinnen an Nachwuchs. Foto: dpa

Hannover. Der Trend ist eindeutig: Mit Ausnahme der Grünen plagt alle niedersächsischen Parteien der Mitgliederschwund. Die Basis der großen Parteien wird zudem immer älter.

Niedersachsens Grüne haben 2013 die meisten Neumitglieder verzeichnet. Bei allen anderen größeren Parteien nagte dagegen der Mitgliederschwund an der Basis. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab, stieg die Mitgliederzahl der Grünen von 6406 auf 6515. „Durch die Regierungsbildung erleben wir in Niedersachsen ein großes Interesse an grüner Politik“, erklärt die Partei die Zuwächse.

Beim Koalitionspartner SPD, mit dem die Grünen seit der gewonnenen Landtagswahl 2013 die Regierung in Niedersachsen stellen, heißt es dagegen: „Trotz zahlreicher Eintritte sinkt die Mitgliederzahl“. Sie liegt nun bei 61 877 Mitgliedern (Vorjahr: 62 792). Die Partei macht vor allem den demografischen Wandel verantwortlich. Mit 48,4 Prozent stellen die 56- bis 75-Jährigen knapp die Hälfte der Mitglieder.

Bei der CDU, die mit 64 657 Anhängern (Stand 30. Juni 2013) weiterhin die mitgliederstärkste Partei Niedersachsens bleibt (Vorjahr: 66 761), sieht es ähnlich aus: ein Drittel ist 70 Jahre oder älter, 21,6 Prozent ist zwischen 60 und 69 Jahren alt.

Eine ungewöhnliche Entwicklung gibt es bei der FDP. Zwar sank auch bei den Liberalen die Mitgliederzahl von 5709 auf nun 5513. Doch gibt es nach der verlorenen Bundestagswahl wieder einen leichten Anstieg. „Liberal denkende Menschen fühlen sich gegenwärtig weder von der Großen Koalition, noch von der Opposition repräsentiert“, meint die Partei dazu. Einen ähnlichen Trend gibt es bei den Piraten, deren Mitgliederzahl von 2801 auf nun 2639 gesunken ist. Zu- und Abgänge hielten sich „seit geraumer Zeit“ aber wieder ungefähr die Waage, heißt es bei der Partei, deren Mitglieder statistisch auf ein Durchschnittsalter von 38,9 Jahren kommen.

In Bremen sieht der Trend ähnlich aus. Die SPD hatte zu Jahresbeginn rund 4600 Mitglieder, jetzt sind es 4587. Bis August hatte es einen Rückgang gegeben. Im Wahlkampf und während des Mitgliedervotums habe sich das geändert, sagte Landesgeschäftsführer Roland Pahl. Bei der CDU ist die Tendenz fallend, der Landesverband hat rund 2700 Mitglieder. Die Bremer FDP hat aktuell etwa 300 Mitglieder, vor einem Jahr waren es rund 360. Seit der Niederlage bei der Bundestagswahl hat auch dieser Landesverband vermehrt Eintritte.


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