Papst will Ehrentitel abschaffen Bistum Osnabrück: Die heimlichen Prälaten

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Papst Franziskus will die Ehrentitel abschaffen. Foto: Claudio Peri/ArchivPapst Franziskus will die Ehrentitel abschaffen. Foto: Claudio Peri/Archiv

Osnabrück. Papst Franziskus will teilweise die geistlichen Ehrentitel abschaffen; es soll weniger Prälaten geben. Im Bistum Osnabrück wirkt sich das kaum aus. Zwar könnten sich mit dem Titel mehrere Priester schmücken - kaum einer tut es.

Nach einem Bericht des Internetportals „Vatican Insider“ hat der Papst zwei der bislang drei Rangstufen von geistlichen Ehrentiteln ganz abgeschafft. Betroffen seien der bislang höchste Titel „Apostolischer Protonotar“ und der „Ehrenprälat seiner Heiligkeit“, dessen Träger im deutschen Sprachraum landläufig als „Prälat“ bezeichnet werden. Künftig werde nur noch der Ehrentitel „Kaplan seiner Heiligkeit“ vergeben, die bislang unterste Rangstufe, berichtet „Vatican Insider“. Im Deutschen werden diese Geistlichen angeredet als „Monsignore“, ein italienischer Begriff, der „mein Herr“ bedeutet.

14 Monsignori

Bereits kurz nach Amtsantritt hatte Franziskus die Verleihung solcher Ehrentitel vorläufig ausgesetzt. Der Papst prangert immer wieder Karrieredenken und eine Fixierung auf Äußerlichkeiten unter Priestern an.

Im Bistum Osnabrück tragen 18 Priester einen Ehrentitel; bei rund 290 Geistlichen ein Aneil von rund sechs Prozent. Darunter sind 14 Monsignori, drei Prälaten und ein so genannter „Apostolischer Protonotar“.

Mit diesem Titel kann sich der frühere Verwaltungschef (Generalvikar) Heinrich Heitmeyer schmücken. Einer der drei Prälaten im Bistum Osnabrück ist Domkapitular Karl Wöste, der Leiter des Kirchengerichts. 1992 erhielt er den Ehrentitel „Monsignore“, 2003 den Titel Prälat .

Ein weiterer Kirchenrechtler, der sich Prälat nennen lassen kann, ist der Leiter des Katholischen Büros Niedersachsen, Felix Bernard. Er bekam 2004 vom Hildesheimer Bischof Josef Homeyer den Titel „Ehrenprälat seiner Heiligkeit“ verliehen.

Dieser Titel berechtigt dazu, eine bischofsähnliche Kleidung zu tragen, was Bernard jedoch so gut wie nie gemacht hat. Der dritte Prälat im Bistum ist Generalvikar Theo Paul, der auf diese Bezeichnung keinen Wert legt. Paul teilte jetzt auf Anfrage mit, er begrüße den Vorstoß des Papstes, geistliche Ehrentitel teilweise abzuschaffen. Im Bistum Osnabrück sei derzeit nicht geplant, weitere Ehrentitel zu verleihen.

Das war vor zehn Jahren anders: Gleich eine Reihe von Geistlichen aus dem Bistum wurde 2003 von Papst Johannes Paul II. zu Ehrenkaplänen ernannt. Sie erhielten damals am 6. Oktober ihre Urkunde im Bischofshaus.

Dazu gehörten neben Generalvikar Paul auch Hermann Wieh und Herbert Brockschmidt (jetzt Osnabrück) sowie Dietmar Blank aus Meppen, Außerdem zählen zu ihnen Ansgar Lüttel, Hermann Rickers , Alfons Strodt und Reinhard Molitor. Ob es Zufall ist, dass alle vier Domkapitulare waren oder sind?

Sie könnten sich ebenso wie der ehemalige Domdechant Heinrich Plock, der frühere Caritasdirektor Johann J. Meyer und der frühere Osnabrücker Stadtdechant Heinrich Lienesch mit „Monsignore“ anreden lassen. Zu den Priestern mit Ehrentitel gehören ebenfalls Heinrich Haunert aus Meppen, Klaus Plate aus Lingen, Rainer Lewald aus Hilter und Norbert Blome, der außerhalb des Bistums tätig ist.

Verärgert über den Bischof

Doch nicht jeder legt auf den Ehrentitel Wert. Im Gegenteil: Einige der 2003 „beförderten“ Priester sollen damals sogar verärgert reagiert haben, als sie erfuhren, dass Bischof Franz-Josef Bode eine Empfehlung nach Rom geschickt hatte. Und das, obwohl ihr Chef ja eigentlich nur Gutes tun wollte. Doch wahrscheinlich ist es auch eine Generationenfrage, ob ein Priester den Ehrentitel und einen violetten Talar trägt oder nicht. In früheren Jahrzehnten war der Stolz der Prälaten darauf jedenfalls größer. (mit KNA)


Der Papst will die geistlichen Ehrentitel abschaffen. Im Bistum Osnabrück wirkt sich das kaum aus, denn viele betroffene Priester legen darauf keinen Wert.

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