Beweisaufnahme bald abgeschlossen Urteil im Wulff-Prozess soll noch im Januar fallen

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Noch im Januar soll in Hannover ein Urteil fallen. Foto: dpaNoch im Januar soll in Hannover ein Urteil fallen. Foto: dpa

Hannover. Der Korruptionsprozess gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff steht vor dem Ende. Noch im Januar soll ein Urteil fallen.

Der Vorsitzende Richter der 2. Großen Strafkammer, Frank Rosenow, gab am Donnerstag nach einer weiteren Verhandlungsrunde bekannt, dass die Beweisaufnahme am 9. Januar abgeschlossen werden solle. An diesem Tag könnte es dann auch bereits zu den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung kommen.

Für die Urteilsverkündung hat das Gericht drei Termine in die Wahl genommen, die allesamt im Januar liegen. Verkündet werden könnte die Entscheidung der Strafkammer demnach entweder am 13. oder am 16., spätestens aber am 21. Januar.

Bereits vor zwei Wochen hatte Rosenow ein Zwischenfazit des bisherigen Prozesses gezogen und eine Einstellung des Verfahrens angeregt, weil sich der Vorwurf der Vorteilsnahme durch Wulff bislang nicht erhärten ließ. Entsprechendes gelte auch für die dem Filmunternehmer David Groenewold unterstellte Vorteilsgewährung.

Die Wulff-Anwälte wandten sich jedoch gegen eine Einstellung und kündigten an, nun einen vollen Freispruch für ihren Mandanten anzustreben. Auch die Staatsanwaltschaft pochte auf ein Urteil.

Am Donnerstag wurde das Verfahren zunächst mit der Vernehmung eines 49-jährigen Mitarbeiters des Landeskriminalamtes (LKA) fortgesetzt, der die Ermittlungen gegen Wulff und Groenewold geleitet hatte. Diese Zeugenbefragung, so gab der Vorsitzende Richter danach zu verstehen, habe jedoch „nichts Überraschendes ergeben“.

Als letzter Zeuge soll nun in der nächsten Woche noch ein weiteres führendes Mitglied des LKA-Ermittlungsteams angehört werden. „Danach beabsichtigen wir, die Beweisaufnahme zu schließen“, erklärte Rosenow.

Ursprünglich hatte der Prozess gegen Wulff und Groenewold noch bis April dauern sollen. Auf der Liste standen rund 45 Zeugen.

Wulff wird zur Last gelegt, er habe sich von Groenewold bei einem Oktoberfest-Besuch 2008 Vorteile in einem Wert von 753,90 Euro gewähren lassen und im Gegenzug für ein Filmprojekt des Berliners geworben. Groenewolds Anwalt bezeichnete dies am Donnerstag als „Verschwörungstheorien“. Während Wulff auf einen Freispruch hoffen kann, könnte im Fall Groenewold eine Verfahrenseinstellung gegen Geldauflage erfolgen. Der Unternehmer muss sich auch wegen einer Falschaussage verantworten.

Alle Informationen zum Prozess finden Sie auf unserer Themenseite.


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