Wer steht vor dem Durchbruch? Wer 2014 wichtig wird: Hoffnungsträger der Region


Osnabrück. Wer gewinnt an Bedeutung? Welcher Hoffnungsträger steht vor dem Durchbruch? Die Redaktion präsentiert zehn Menschen aus der Region, von denen Sie im kommenden Jahr noch hören werden.

Politik und Gesellschaft: Wie das manchmal so ist: Als Julia von Hagel-Niemann vor zwei Jahren aus reiner Lust am Schreiben ihren Modeblog „Dazzled“ (geblendet) aufmachte, ahnte sie nicht, welche Folgen das haben würde. Mit jeder Woche wuchs die Fangemeinde der heute 18-jährigen Schülerin der Integrierten Gesamtschule in Fürstenau. Nach vier Monaten meldete sich bereits „Bravo Girl“, um mit ihr eine Geschichte zu machen. Die Folge: Noch mehr Fans, noch mehr Seitenaufrufe und erstes Interesse von angesagten Modefirmen wie Mister Spex oder Urban Outfitters. Die schickten ihr die neuesten Accessoires und Outfits, auf dass Julia von Hagel-Niemann sie besprechen möge. Sie ist da allerdings ebenso selbst- wie modebewusst und stellt längst nicht alles vor, was da so bei ihr zu Hause an neuer Mode eintrudelt. „Es muss mir gefallen“, sagte sie kürzlich in einem Interview. Da sei sie immer ehrlich, denn es gehe darum, dass ihr die inzwischen große Leserschar vertrauen könne.

Ihr persönlicher Modetipp: Stilbrüche mag sie total. Beispielsweise trage sie oft derbe Boots und kombiniere die mit einem „süßen Top“. Das sorge für Aufregung beim Outfit. (ja)

Politik und Gesellschaft: Er wird im kommenden Jahr Menschen im Emsland und Osnabrücker Land, in der Grafschaft Bentheim und Ostfriesland treffen, wird predigen, Jugendlichen das Sakrament der Firmung spenden und viele Gespräche führen – auch auf Plattdeutsch, das er fließend spricht. Johannes Wübbe, Weihbischof im katholischen Bistum Osnabrück, unterstützt Bischof Franz-Josef Bode bei seinen Aufgaben. Wübbe gilt als bodenständig und bescheiden. Frühere Mitarbeiter loben am ehemaligen Jugendseelsorger und Pfarrer von Spelle, dass er klar und strukturiert denken und gut vermitteln kann. In der Deutschen Bischofskonferenz verstärkt er die Jugendkommission – ein ihm vertrautes Gebiet. Allein schon wegen seines Wahlspruchs aus dem Brief des Apostels Paulus – „In spe credere“ („In voller Hoffnung glauben“) – ist es berechtigt, den 47-jährigen Priester aus Lengerich im Emsland als Hoffnungsträger der Region zu bezeichnen. (hav)

Politik und Gesellschaft: Fachlich hat er einen herausragenden Ruf, in der Bundespolitik aber ist der CDU-Abgeordnete Mathias Middelberg aus Osnabrück ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Das könnte sich 2014 ändern. Der Bestand des VW-Gesetzes vor dem Europäischen Gerichtshof untermauerte im Oktober die Qualifikation des früheren Wirtschaftschefs der Staatskanzlei in Hannover. Als CDU-Vorsitzender für Osnabrück/Emsland vertritt er keinen unbedeutenden Bezirk. Vor allem aber sind Wirtschaftspolitiker in der Unions-Fraktion seit den Zeiten von Friedrich Merz ebenso dünn gesät wie selten gehört. Gelingt es dem promovierten Prädikatsjuristen, den Expertenstatus abzustreifen und breitenwirksame Themen zu besetzen , steht ihm in der neuen Legislaturperiode der Weg zu wachsendem Einfluss und überregionaler Bekanntheit offen. (hav)

Wirtschaft: Er macht Menschen glücklich, vielleicht nicht ein ganzes Leben, aber sicher einen Abend lang. Erst seit fünf Monaten ist Sascha Lissowsky Küchenchef des Restaurants Osning im neuen Bad Rothenfelder Wellnesstempel Carpesol.

Völlig überraschend erkochte sich der 31-Jährige mit seinen raffinierten regionalen Menüs 15 Punkte im Gourmetführer Gault Millau – und deklassierte damit das etablierte Vila Real im Hotel Remarque, das nur zwölf Punkte erhielt.

Dabei ist Lissowskys Küchenkunst nicht dem Dampfgarer entwichen: Auf eine Ausbildung als Koch und eine weitere zum geprüften Küchenmeister folgten Stationen im Zwei-Sterne-Restaurant des Hamburger Hotels Louis C. Jacob an der Elbe und im Osnabrücker Drei-Sterne-Haus La Vie. Nach zehn Jahren Sterne-Gastronomie ist Lissowsky nun sein eigener Herr in der Küche und serviert Roastbeef und geschmorte Bäckchen mit Ingwerkartoffeln, Perlzwiebeln und Kartoffelmousse – vielleicht auch bald selbst Michelin-bestirnt. Den lukullisch nicht überversorgten Osnabrücker Südkreis bereichert er so oder so. Und sein Tipp für Alltags- und Hobbyköche ist leicht umzusetzen: Immer eine Prise Salz ins Kochwasser geben. (sta)

Wirtschaft: Auf die Arbeit von Lars Johannson blickt im nächsten Jahr ganz Niedersachsen. Der 39-jährige Geschäftsführer der Papenburger Landesgartenschau 2014 muss große Erwartungen erfüllen. Mindestens eine halbe Millionen Besucher soll die Ausstellung in Deutschlands älteste Fehnkolonie locken. Aufgrund der Nähe zu den Niederlanden muss es Johannson dabei auch gelingen, die blumenverwöhnten Holländer für das Angebot zu begeistern. Gelingt es ihm, die Landesgartenschau ohne finanzielles Minus abzuschließen, dürften neue Aufgaben in der emsländischen Wirtschaft auf den Manager warten. Bei mehreren Unternehmen ist der zweifache Vater bereits im Gespräch. (prin)

Wirtschaft: Mit beiden Beinen auf dem Boden des Emslands steht Martin Schlichter, der neue Präsident der Industrie- und Handelskammer Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim. Er ist der erste Emsländer nach drei Osnabrücker IHK-Präsidenten in Folge. Aber nicht nur die Unternehmer aus dem Norden setzen ihre Hoffnungen auf den 55-jährigen Lathener. Schlichter startet auf hohem Niveau: Der gesamten Wirtschaftsregion geht es so gut wie wohl nie zuvor. Wird das so bleiben? In fünf Jahren kann viel passieren. Steigende Energie- und Rohstoffkosten, Fachkräftemangel und erstarkende Konkurrenz im Ausland drohen die Unternehmen in Bedrängnis zu bringen. Schlichter wird daran gemessen werden, ob die Glückssträhne der Region anhält. (sha)

Wirtschaft: So etwas gibt es. Philipp Plagge aus der Artland-Gemeinde Menslage ist ein wahres Naturtalent im Schweißen. Der 19-Jährige macht derzeit eine Ausbildung bei der Quakenbrücker Firma PPS Pipeline Systems und hat ganz nebenbei die deutschen Meisterschaften im Schweißen gewonnen. Als bester deutscher Jungschweißer darf er nun im Juni 2014 nach China fliegen, um dort in Peking an den Weltmeisterschaften im Schweißen teilzunehmen. Seine Chancen? Der Auszubildende selbst gibt sich da bescheiden. Offenbar habe er ein Händchen für das Schweißen, erklärte er zurückhaltend nach seinem Erfolg auf nationaler Ebene. Aber wer weiß: Vielleicht wird Deutschland 2014 nicht nur Fußballweltmeister, sondern auch Schweißweltmeister. (ja)

Kultur: Wer darf es sein – Mario Barth, „Fettes Brot“, Ina Müller, Tim Bendzko oder James Blunt? Stefan Epping, Veranstaltungsmanager der neuen Emslandarena in Lingen, macht es möglich. Und wer weiß, was der 43-Jährige noch so an interessanten Veranstaltungen im Jahr 2014 aus dem Ärmel zieht. Der Auftakt Ende November mit der britischen Sängerin Katie Melua und dem deutschen Songwriter Bosse vor 3600 Besuchern war schon recht vielversprechend. Je nach Veranstaltungsform kann die Arena bis zu 5000 Besucher fassen. Gemeinsam mit Leiter Florian Krebs und dem Arena-Team bringt der umtriebige Kenner der nationalen und internationalen Musikszene viel Schwung mit, um die 20 Millionen-Euro-Investition mit Leben zu füllen. Epping ist Mitbegründer des „Festivalguide“, Europas größtem Magazin für Open-Air-Festival. (pe)

Kultur: Von Modena nach Osnabrück: Julia Draganovic hat sich nicht nur in Italien als Kuratorin für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst bewährt. Sie ist auch in der ganzen weiten Welt der Kunst zu Hause. Gerade hat sie noch an einer Jury-Sitzung im Mudam-Museum in Luxemburg teilgenommen, da tourt sie schon wieder über die Art Miami. In Osnabrück hat sie die Leitung der Kunsthalle übernommen. Im September 2014 wird sie ihre erste eigene Ausstellung zeigen. Der Kunsthalle steht ein Programmwechsel bevor. Stadt und Region dürfen auf neue kulturelle Impulse hoffen. Draganovic setzt auf junge Kunst, auf Raumbezug und Teilhabe. Das verspricht Spannung. (lü)

Sport: Umgeben von Wasser, war Jonas Bergmann schon immer in seinem Element – obwohl er das regelmäßige Schwimmen zunächst nur als Gesundheitsmaßnahme verschrieben bekam. Ein Fragezeichen in seiner Wirbelsäule verdonnerte ihn ins kühle Nass. Doch aus den regelmäßigen Übungen wurde für den 18-jährigen Schüler schnell ein extremes Hobby, das ihn schließlich in den Leistungssport führte und 2013 ein Superjahr bescherrte. Als Schwimmer der SG Osnabrück gelang ihm eine steile Entwicklung. Nach zwei Goldmedaillen und einer Silbermedaille bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften löste er als Vize-Europameister der Junioren sein Ticket für die Weltmeisterschaft in Dubai und schwamm auf den dritten Platz. Zuletzt knackte er bei der Kurzbahn-Meisterschaft den Altersrekord und wurde erneut mit Bronze belohnt. Zum Saisonende tritt Bergmann im amerikanischen Portland gegen die Weltbesten der Junioren an. Doch sein Traum bleibt die Teilnahme an der EM 2014 in Berlin – dafür will er alles geben. (sen)


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