Vermerke aus Baden-Württemberg Wollte Niedersachsen Glaeseker-Freund Schmidt?

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Sponsoren besorgt: Olaf Glaeseker. Foto: dpaSponsoren besorgt: Olaf Glaeseker. Foto: dpa

Hannover. Der Partymanager Manfred Schmidt soll „auf Wunsch Niedersachsens“ für die Organisation des Promi-Treffens Nord-Süd-Dialog engagiert worden sein. Das geht aus Vermerken der baden-württembergischen Landesregierung hervor, die am Dienstag in das Korruptionsverfahren gegen Schmidt und Ex-Regierungssprecher Olaf Glaeseker vor dem Landgericht Hannover eingeführt wurden.

Bislang war nur davon die Rede, dass sich die damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff und Günther Oettinger (CDU) gemeinsam auf Schmidt verständigt hätten. Der 64-jährige Unternehmer ist seit Langem mit Glaeseker befreundet.

Dem früheren Wulff-Sprecher wird in dem Prozess zur Last gelegt, für Schmidt 651 000 Euro Sponsorengelder ifür den Nord-Süd-Dialog eingeworben und im Gegenzug Urlaubsaufenthalte und Freiflüge in Anspruch genommen zu haben. Die Angeklagten bestreiten dies.

Das Gericht verlas nun E-Mails und SMS-Nachrichten, die Aufschluss über ein enges Zusammenwirken zwischen Glaeseker und Schmidt geben könnten. So soll der Partymanager den Regierungssprecher. den er „Schnulli„ nannte, zum Beispiel im November 2008 gedrängt haben: „Sponsoren brauche ich auch noch“. Glaesekers Antwort: „Dann guck ich mal, was noch geht“. Und Schmidt: „Dann mach!!“.

Baden-Württemberg schaltete für die Sponsorenaquise einen Privatmann an, der dafür Schmidt im Jahre 2008 gut 38 000 Euro in Rechnung stellte. Allerdings setzte man im Stuttgarter Staatsministerium auch auf eigene Aktivitäten, um Sponsoren und Aussteller zu einer Beteiligung am Nord-Süd-Dialog 2009 in Hannover zu gewinnen, wie aus Vermerken hervorgeht.

So äußerte man sich in der Regierungszentrale am 5. November besorgt über ein Übergewicht niedersächsischer Präsentationen. Das könnte als „Triumpffeier für Christian Wulff dargestellt werden“ und eine „schlechte Presse“ geben.

Wulff, der nach eigenen Angaben nichts über Glaesekers Aufenthalte bei Schmidt am Mittelmeer wusste, erhielt laut Gericht aus diesen Urlauben 15 Handyanrufe von seinem Sprecher. Dazu soll es Anrufe des damaligen Regierungschefs sowie SMS-Kontakte gegeben haben.


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