Glimpflicher als befürchtet Schäden und Verletzte durch Orkan Xaver in Niedersachsen

Von dpa

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Bremen/Borkum. Aufgepeitschte Nordsee und Sturmflut, abgedeckte Dächer und umgeknickte Bäume: Trotz verletzter Menschen und Sachschäden fällt die erste Bilanz nach der Orkannacht in Niedersachsen und Bremen glimpflicher aus als befürchtet.

Die heftigste Orkannacht seit Jahren hat der niedersächsischen Nordseeküste eine schwere Sturmflut gebracht und Schäden angerichtet. In heftigen Böen erreichte „Xaver“ mehr als 140 Kilometer pro Stunde. Die Polizei berichtete am Freitagmorgen von mehreren Verletzten. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, im Oberharz tobte ein Schneesturm. In Teilen des Landes und in Bremen wurde der Schulunterricht am Freitag abgesagt.

Insgesamt war die zerstörerische Kraft des Orkans geringer als befürchtet. Deiche und Hochwasserschutzanlagen an der Küste und den Flussufern hielten den Fluten stand. Für den Nachmittag wurde eine weitere Sturmflut erwartet. Am Bremer Weserstadion, das vor dem Hauptdeich liegt, blieb der Höchststand der Flut knapp unterhalb des schützenden Dammes. Das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und Bayern München am Samstag ist nicht gefährdet.

In Cuxhaven sicherten Einsatzkräfte einen Damm, der einen vor dem Hauptdeich liegenden Campingplatz und eine Ferienhaussiedlung schützt. „Das Wasser ist übergeschwappt, aber der Damm hat gehalten, sagte Angela Schlüsselburg vom Presseteam des Krisenstabs. Am Vormittag besserten Helfer die Schäden in der Sandsackbarriere aus. Der Orkan deckte mehrere Hausdächer in der Stadt ab. Dabei wurden Autos beschädigt, Verletzte habe es aber nicht gegeben, sagte sie.

In der Nähe von Hannover wurde ein Mann schwer verletzt, als ein Auto durch eine Windböe in den Gegenverkehr gedrückt wurde. Auf einer Straße bei Barsinghausen erfasste eine Windböe einen Kleinbus mit behinderten Schülern und drückte ihn in einen entgegenkommenden Wagen. Dabei erlitt ein 68 Jahre alter Mann schwere Verletzungen, sechs Mitfahrer wurden leicht verletzt. In Jork (Landkreis Stade) prallte ein Mann mit seinem Wagen gegen einen umgestürzten Baum und wurde verletzt. Auf der Insel Borkum wurde ein Mensch von einer herabstürzenden Dachziegeln leicht verletzt. Die Polizei meldete in Bremen und Niedersachsen insgesamt einige hundert Einsätze wegen des Sturms, sprach überwiegend aber von einem „glimpflichen Ausgang“.

Der Scheitel der Sturmflut erreichte am frühen Freitagmorgen die ostfriesischen Inseln und die Küste. Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg waren die höchsten Stände über dem mittleren Hochwasser am Morgen 2,66 Meter auf Borkum, 3,52 Meter in Emden, 3,11 Meter bei Cuxhaven, 2,60 Meter auf Norderney und 2,60 Meter in Bremen.

„Xaver“ sorgte im Norden für erhebliche Verkehrsprobleme. Auf den Flughäfen in Hannover und Bremen wurden etliche Flüge gestrichen, der Fernverkehr der Bahn zwischen Hannover, Bremen und Oldenburg wurde am Donnerstagabend unterbrochen. Die Strecke Hamburg-Cuxhaven war zwischen Horneburg und Stade gesperrt. Die Fähren auf die ostfriesischen Inseln stellten ebenfalls ihren Betrieb ein. Mancherorts mussten Straßen wegen Überschwemmungen oder Sturmschäden vorübergehend gesperrt werden.

Die Behörden hatten vielerorts Vorsorgemaßnahmen getroffen. In zahlreichen Städten blieben die Weihnachtsmärkte geschlossen und in vielen Kreisen war der Schulunterricht abgesagt worden.


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