Zuviel Dünger in Weser-Ems 65 000 Hektar für Gülle fehlen in den Landkreisen

Von Hans Brinkmann

Ein Problem: Zuviel Gülle schadet dem Boden. Foto: dpaEin Problem: Zuviel Gülle schadet dem Boden. Foto: dpa

Hannover. In den Landkreisen Emsland, Osnabrück, Cloppenburg und Vechta fehlen 65 000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche, um den hier anfallenden Wirtschaftsdünger umweltverträglich unterzubringen.

Diese Zahl nannte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) am Mittwoch bei der Vorstellung des bundesweit ersten Nährstoffberichts in Hannover. In dieser Untersuchung wird aufgelistet, wo im Zeitraum von Mitte 2012 bis Mitte 2013 in Niedersachsen wie viel Gülle, Mist und Gärreste erzeugt und ausgebracht worden sind.

Grundlage dafür bildete eine neu eingeführte Meldepflicht für Wirtschaftsdünger. Laut Meyer haben sich an dieser Bestandsaufnahme 10 388 abgebende und 17 878 aufnehmende Betriebe beteiligt und so für eine stärkere Transparenz gesorgt.

Nach Darstellung des Ministers fielen in dem einen Jahr in Niedersachsen 38,7 Millionen Tonnen Gülle, 8,1 Millionen Tonnen Festmist und 9,9 Millionen Tonnen Gärreste an.

Regional gab es dabei laut Meyer enorme Unterschiede. Während große Teile Niedersachsens noch Wirtschaftsdünger aufnehmen könnten, verzeichne man vor allem in den tierintensiven Regionen in Weser-Ems enorme Überschüsse. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf, um einer weiteren Überdüngung mit Beeinträchtigung des Grundwassers entgegen zu wirken. Meyer plädierte unter anderem für eine Begrenzung der Tierhaltung, parzellenscharfe Erfassung des Düngerverbleibs durch ein Güllekataster sowie ein verbessertes Wirtschaftsdünger-Management.

Dem Minister zufolge fehlen in Cloppenburg allein mit Blick auf Phosphat 31 451 Hektar für eine ordnungsgemäße Entsorgung. In Vechta sind es demnach 24 192, im Emsland 8 093 und im Kreis Osnabrück 1 560 Hektar. Auch bei Stickstoff sei die „rote Linie“ in Cloppenburg und Vechta bereits überschritten.

Der Landvolkverband sprach dagegen von einem verantwortungsvollen Umgang mit Dünger und warnte vor einem „bürokratischen Güllekataster“.