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„Häufung“ der Verdachtsfälle Eier-Skandal: Emsland im Fokus der Ermittler

<em>Alles in Ordnung?</em> Bio-Eier werden auf einem Hof bei Osnabrück durchleuchtet. Foto: dpaAlles in Ordnung? Bio-Eier werden auf einem Hof bei Osnabrück durchleuchtet. Foto: dpa

Osnabrück. Ein großer Teil der Betriebe, gegen die die Staatsanwaltschaft Oldenburg im Zuge des Eier-Skandals ermittelt, liegt im Landkreis Emsland. Eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde bestätigte unserer Zeitung: „Wir haben hier eine Häufung.“

Genau Zahlen nannte sie nicht. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft seit über einem Jahr gegen Halter von Legehennen ermittelt. Es besteht unter anderem der Verdacht, dass mehr Tiere in Ställen untergebracht waren als erlaubt. In der Folge sollen dann die Eier falsch deklariert worden sein.

Bereits am Mittwoch erklärte der Landkreis Emsland auf Nachfrage unserer Zeitung, dass seine Kontrolleure 2012 keine Auffälligkeiten in Legehennen-Ställen entdeckt hätten. Nach Angaben der Verwaltung gibt es 2239000 Hennen im Emsland. „Unberücksichtigt bleiben Bestandsgrößen unter 350 Legehennen“, so eine Kreissprecherin. Im Landkreis Osnabrück sind es laut Verwaltung 3,61 Millionen Lege- und Junghennen.

Im Emsland würden sich die Tiere auf kreisweit 95 Bestände verteilen. 16 „intensive Tierschutzkontrollen“, hätten im vergangenen Jahr stattgefunden. „Es wurden keine Auffälligkeiten festgestellt“, so die Auskunft der Verwaltung. Bei den Kontrollen würde überprüft, ob der Tierschutz gewahrt und beispielsweise das Tierseuchenrecht eingehalten werde.

Allem Anschein nach ließ sich unter diesen Gesichtspunkten aber keine mögliche Überbelegung der Ställe ermitteln. Wie unsere Zeitung aus Veterinärkreisen erfuhr, war im Sommer 2012 eine Anweisung des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) an die Landkreise in Niedersachsen gegangen. Ställe sollten verstärkt auf Überbelegung kontrolliert werden. Den Hintergrund dieser Überprüfung nannte das Laves den Behörden aber nicht. Die fanden in der Folge keine Auffälligkeiten, wie eine Umfrage unserer Zeitung in Westniedersachsen ergab.

Laut Laves gibt es in Niedersachsen 15,7 Millionen Legehennen verteilt auf 1080 Produktionsstätten. Davon seien 211 Öko-, 281 Freiland-, 495 Boden- und 93 Kleingruppen-Haltungen. Die aktuellen Ermittlungen richten sich gegen alle Haltungsformen, bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft unserer Zeitung.

Ein Teil der Verfahren sei mittlerweile an Staatsanwaltschaften in andere Bundesländer abgegeben worden. Auch gegen Betriebe aus den Niederlanden werde ermittelt. Insgesamt seien mittlerweile Ermittler aus acht Bundesländern mit dem Fall befasst.

Niedersachsens neuer Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) erklärte unterdessen, dass in seinem Haus eine Veröffentlichung der Betriebe, gegen die ermittelt wird, geprüft werden. Zudem berichteten mehrere Medien, dass auch gegen Wilhelm Hoffrogge ermittelt werde. Er ist Vorsitzender der Interessengemeinschaft „ Niedersächsische Geflügelwirtschaft “.


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