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Osnabrück: 30000 Cabrios pro Jahr VW will bis Ende 2011 mehr als 1800 Mitarbeiter einstellen

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VW plant eine Investiton von bis zu 400-Millionen-Euro in Osnabrück. Foto: dpaVW plant eine Investiton von bis zu 400-Millionen-Euro in Osnabrück. Foto: dpa

Hannover. VW will ab März 2011 pro Jahr mindestens 30000 Golf-Cabrios in Osnabrück herstellen und bis Ende nächsten Jahres mehr als 1800 Mitarbeiter an diesem Standort beschäftigen. Das geht aus zuverlässigen Informationen unserer Zeitung hervor.

Geplant ist demnach, 350 bis 400 Millionen Euro in dieses dann sechste VW-Werk in Niedersachsen zu investieren. Es soll als sogenannter „Vollfertigungsstandort“ gelten, an dem alle Arbeiten von der Modellskizze bis zur Fertigstellung des Fahrzeugs erledigt werden.

Ziel von VW Osnabrück soll es sein, Kompetenzzentrum für Cabrios und Kleinserien zu werden. Im Zuge der Einrichtung der Fertigungslinien ist vorgesehen, die Zahl der Mitarbeiter von derzeit 396 bis März 2011 auf rund 1000 aufzustocken. Ende 2011 sollen es dann „mehr als 1800“ sein. Den Informationen zufolge haben sich seit Januar 2010 bereits 3098 Interessenten beworben.

Die gute Entwicklung bei VW und die neuen Perspektiven für den Automobilstandort Osnabrück nach der Insolvenz von Karmann wurden gestern auch in einer Aktuellen Stunde des Landtages gewürdigt.

Ministerpräsident David McAllister sprach von einer „neuen Ära“, die mit dem VW-Engagement für den traditionsreichen Automobilbau in Osnabrück eröffnet werde. Dass dies nach der dramatischen Entwicklung bei Karmann erreicht werden konnte, sei in erster Linie dem heutigen Bundespräsidenten Christian Wulff zu verdanken: „Er hat damit sein Meisterstück für Osnabrück abgeliefert“, bescheinigte McAllister seinem Amtsvorgänger.

Der Regierungschef wertete die positive Entwicklung bei Volkswagen als „sehr gut für Niedersachsen“. Das Land profitiere davon in vielfältiger Weise – unter anderem auch durch die Entscheidung, das neue Pick-up-Modell Amarok in Hannover vom Band rollen zu lassen.

Ausdrücklich stellte McAllister klar, dass seine Regierung „ohne Wenn und Aber“ an der Sperrminorität des Landes von 20 Prozent plus eine Aktie an VW festhalten wolle. Diese Beteiligung habe sich „definitiv bewährt“. In früheren Wahlprogrammen hatte der Koalitionspartner FDP für einen Verkauf der Landesanteile plädiert.

Auch Sprecher aller Fraktionen im Landtag zeigten sich erfreut über den Aufschwung bei VW und das Engagement in Osnabrück. Der CDU-Abgeordnete Dirk Toepffer reklamierte dies in erster Linie als Erfolge der Landesregierung unter Wulff, etwa indem sie in der „Übernahmeschlacht gegen Porsche“ eine Mehrheit für das VW-Gesetz organisiert habe.

Der SPD-Abgeordnete Klaus Schneck führte die gute Stellung des Konzerns dagegen in erster Line auf die Beschäftigten bei VW und die Mitbestimmung zurück. Die FDP-Politikerin Gabriela König lobte das VW-Engagement in der Domstadt als „exzellente Entscheidung“: VW und Osnabrück hätten damit „viel gewonnen“.

Grüne und Linke hielten der FDP vor, den VW-Anteil des Landes infrage zu stellen. Die Grünen mahnten zugleich an, dass VW umweltfreundlichere Autos bauen müsse; bei Elektrofahrzeugen liege man etwa weit zurück.Die Linken sprachen sich dafür aus, bei allen strukturprägenden Unternehmen in Niedersachsen zu ähnlichen Beteiligungs- und Kräfteverhältnissen wie bei VW mit dem 20-prozentigen Landesdanmteil zu kommen. Damit könne sichergestellt werden, dass das Allgemeinwohlinteresse in ähnlicher Fortm mitbewertet werde, meinte der Abgeordnete Hans-Henning Adler.


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