Bahn Sanierung der Strecke Göttingen-Kassel wirbelt Fahrplan auf

Von dpa

Das Logo der Deutschen Bahn ist zu sehen.Das Logo der Deutschen Bahn ist zu sehen.
Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Kassel. Die Bahn saniert 30 Jahre alte Hochgeschwindigkeitsstrecken. Auf der Nord-Süd-Achse werden die Arbeiten an einem neuen Abschnitt fortgesetzt. Die Auswirkungen für Pendler und Reisende sind erheblich.

Durch eine Generalüberholung der Schnellfahrstrecke zwischen Göttingen und Kassel müssen die Fahrgäste der Deutschen Bahn ab dem 24. April 2021 mehr Zeit einplanen. „Das Fernverkehrsangebot wird weitgehend aufrecht erhalten, aber es kommt zu geänderten Verbindungen und längeren Fahrzeiten“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Dienstag. Bis Mitte Juli wird der Streckenabschnitt für rund 120 Millionen Euro saniert. Die Sperrung hat auch Auswirkungen auf Verbindungen nach Hamburg, Berlin, München und Frankfurt.

Im Fernverkehr wird laut Bahn mit 100 Fahrten pro Tag ein Großteil der Verbindungen aufrechterhalten - wenn auch mit teils längeren Fahrzeiten und komplizierteren Verbindungen. Denn die Züge werden über Eichenberg umgeleitet. Das kostet rund 40 Minuten. 15 Fahrten pro Tag entfallen. Bei wenigen Zügen gebe es eine großräumige Umleitung mit Fahrzeitverlängerungen von bis zu 100 Minuten.

RICHTUNG HAMBURGRichtung Norden verspricht die Bahn ein weiterhin dichtes Fernverkehrsangebot. Allerdings gibt es einige Umstellungen: Unter anderem fährt die Linie 25 Hamburg-Würzburg-München nur noch alle zwei Stunden und ohne Halt in Kassel. Die Linie 26 (Hamburg-Marburg-Frankfurt-Karlsruhe) fährt mit neuen Zeiten nicht mehr über Hamburg hinaus und hält nicht mehr in Celle, Uelzen und Lüneburg.

RICHTUNG BERLINBerlin wird alle zwei Stunden direkt angefahren durch die Linie 12 Berlin-Braunschweig-Frankfurt-Interlaken, sonst muss umgestiegen werden. Die Linie 13 Berlin-Braunschweig-Frankfurt Flughafen entfällt bis auf einige Einzelfahrten. Der Frühsprinter - ein Expresszug mit wenig Halten - um 6 Uhr von Frankfurt nonstop nach Berlin fährt nicht.

RICHTUNG MÜNCHEN/WÜRZBURGNach Würzburg fährt die Bahn weiter stündlich, nach Nürnberg und München verlängern sich durch andere Baustellen die Fahrzeiten und Umstiege sind erforderlich. So ist die Linie 25.1 Hamburg-Würzburg-München via Augsburg statt Nürnberg und Ingolstadt 25 Minuten länger unterwegs. Die Linie 25.2 Hamburg -Würzburg-Nürnberg ist 30 Minuten länger unterwegs und fährt nicht weiter nach München.

RICHTUNG FRANKFURTNach Frankfurt ist das Angebot reduziert, ab Göttingen fahren die Züge aber weiterhin häufiger als nur jede Stunde. Unter anderem fahren die Linie 12 Berlin-Braunschweig-Frankfurt-Interlaken, die Linien 20/22 Hamburg-Frankfurt-Zürich beziehungsweise Stuttgart und die Linie 26 Hamburg-Marburg-Frankfurt-Karlsruhe mit Zusatzhalt in Eichenberg. Die Linie 13 Berlin-Braunschweig-Frankfurt Flughafen entfällt. Ab Fulda fährt weiterhin stündlich der ICE aus Erfurt von und nach Frankfurt.

NAHVERKEHR

Auch im Nahverkehr des Nordhessischen Verkehrsverbundes NVV gibt es zahlreiche Änderungen. Unter anderem fahren Regionalexpress-Züge zwischen Halle, Erfurt und Kassel sowie zwischen Düsseldorf, Hagen und Kassel fahren zum Kasseler Hauptbahnhof statt nach Kassel-Wilhelmshöhe.

Laut der Bahn handelt es sich um einen relativ kurzen Abschnitt von 40 Kilometern, der erneuert wird. Ausgetauscht werden unter anderem 75 Kilometer Gleis, 48 Weichen, 72 000 Bahnschwellen und 95 000 Tonnen Schotter. 2019 hatte die Bahn bereits den Abschnitt zwischen Hannover und Göttingen erneuert. Bis 2023 sollen auch die Streckenteile Kassel-Fulda und Fulda-Würzburg saniert werden. Laut der Bahn sind auf der Schnellstrecke zwischen Hannover und Würzburg in der Regel jährlich rund 15,5 Millionen Fahrgäste unterwegs.


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