Interesse an bundeseinheitlichen Regeln Corona-Gespräche: Weil will disziplinierte Beratungen

Von dpa

Stephan Weil (SPD) gibt ein Pressestatement ab.Stephan Weil (SPD) gibt ein Pressestatement ab.
Moritz Frankenberg/dpa/Archivbild

Hannover. Im Kampf gegen steigende Corona-Infektionszahlen hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil disziplinierte Beratungen der Landeschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gefordert.

Er habe großes Interesse an bundeseinheitlichen Regeln, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Er rief dazu auf, aus dem zu lernen, „was wir vor zwei Wochen nicht gut gemacht haben“. Mit den bisherigen Maßnahmen sei es nicht gelungen, die Dynamik des Infektionsgeschehens zu brechen. Man kämpfe darum, gemeinsam „einigermaßen friedliche Weihnachten“ zu haben.

Entwicklung besorgniserregend

Die Ministerpräsidenten beraten am heutigen Mittwoch mit Bundeskanzlerin Merkel (CDU) per Video-Schalte über den weiteren Kurs in der Corona-Krise. Er gehe davon aus, dass es keine einfachen Gespräche werden, sagte Weil. Einig seien sich die Beteiligten darin, das Bildungswesen und die Wirtschaft „möglichst in Ruhe zu lassen“. Allerdings sei die Entwicklung besorgniserregend, alle müssten sich darauf einstellen, sich in ihrer Lebensführung zurückzunehmen.

Größere Teile der Corona-Landkarte seien bereits rot. Wenn es so weitergehe, dann gelte die rote Ampel für ganz Deutschland, warnte Weil.

Der Bund will laut einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf ab dem 4. November drastische Kontaktbeschränkungen. Weil sagte am Mittwochmorgen, er habe die Beschlussvorlage des Bundes selbst noch nicht gesehen. Er kritisierte: „Ich hätte mir gewünscht, dass vielleicht erstmal die unmittelbar Betroffenen die Gelegenheit haben, dieses Papier zu lesen, bevor es in den Medien landet.“


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