Justiz Justizministerin: Kriminalität sinkt in vielen Bereichen

Von dpa

Barbara Havliza (CDU), Justizministerin Niedersachsen.Barbara Havliza (CDU), Justizministerin Niedersachsen.
Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Hannover. Obwohl zuletzt mehr Menschen in Niedersachsen wegen einer Straftat verurteilt worden sind, sieht Justizministerin Barbara Havliza einen positiven Trend.

„Die Kriminalität geht in Niedersachsen in vielen Bereichen zurück“, stellte die CDU-Politikerin am Donnerstag bei der Vorstellung einer Statistik zur Strafverfolgung fest. Zwar sei die Zahl der Verurteilungen im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 600 auf 69 187 gestiegen. Im Jahr 2007 habe es aber noch rund 89 400 Verurteilungen gegeben.

Einen Rückgang gab es unter anderem bei Körperverletzungsdelikten und Diebstahl. Deutlich mehr Menschen wurden dagegen wegen Sexualstraftaten schuldig gesprochen. „Ursächlich für den Anstieg dürften insbesondere Verschärfungen des Sexualstrafrechts sein, aber auch eine erhöhte Anzeigebereitschaft der betroffenen Frauen“, sagte Havliza. Auch Angriffe auf Amtsträger und Drogendelikte nahmen zu.

Bei Mord und Totschlag lagen die Zahlen in etwa auf dem Niveau der Vorjahre: Im Jahr 2019 wurden zehn Mörder verurteilt, wegen Totschlags wurden 40 Menschen verurteilt.

Schuldig gesprochen wurden über alle Bereiche hinweg vor allem Männer, der Frauenanteil bei den Tätern lag bei lediglich 18 Prozent. Etwa drei Viertel der Verurteilten bekamen eine Geldstrafe. Rund 3100 Menschen erhielten eine Haftstrafe ohne Bewährung.

Die Auswertung unterscheidet sich von der Kriminalstatistik der Polizei, weil sie die rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren an den Strafgerichten erfasst. Taten, bei denen kein Verdächtiger ermittelt werden konnte oder bei denen die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt hat, wurden nicht berücksichtigt.


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