Agrar Früherer Bioland-Chef wechselt zu Fleischkonzern Tönnies

Von dpa

Das Tönnies-Werk in Rheda-WiedenbrückDas Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück
Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Rheda-Wiedenbrück. Der frühere Bioland-Chef Thomas Dosch ist vom Landwirtschaftsministerium Niedersachsen zum Fleischkonzern Tönnies gewechselt.

Das Unternehmen bestätigte am Mittwoch einen Bericht der Zeitung „Weser-Kurier“ in Bremen. Dosch koordiniere „die Weiterentwicklung des Unternehmens im Sinne einer nachhaltigeren Agrar- und Ernährungswirtschaft“, sagte ein Sprecher in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen).

Der auf Öko-Landwirtschaft spezialisierte Dosch stand zwölf Jahre lang an der Spitze des Ökobauernverbandes Bioland. 2014 holte ihn Agrarminister Christian Meyer (Grüne) ins Ministerium nach Hannover. Dort blieb das Grünen-Mitglied Dosch auch unter Ministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Er scheidet dem Bericht zufolge unter Rechtsstreitigkeiten aus. Das Ministerium kommentiere die Personalie wegen des laufenden Verfahrens nicht, sagte eine Sprecherin der dpa.

In Betrieben von Tönnies hatte es im Mai einen schweren Ausbruch von Corona-Infektionen gegeben. Dies warf auch ein Schlaglicht auf die Lebens- und Wohnbedingungen ausländischer Werkvertragsarbeiter in der Fleischindustrie. Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte zuletzt Kritik auf sich gezogen, weil er von März bis Mai als Berater für Tönnies gearbeitet hatte.


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