Landtag „Geringschätzung“: Hauptschullehrer fordert mehr Geld

Von dpa

Eine Frau hält Banknoten von 10, 20 und 50 Euro gefächert in der Hand.Eine Frau hält Banknoten von 10, 20 und 50 Euro gefächert in der Hand.
Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Hannover. Ein Hauptschullehrer aus Otterndorf bei Cuxhaven hat im niedersächsischen Landtag die gleiche Bezahlung aller Lehrer gefordert - unabhängig von der Schulform, an der sie unterrichten.

Bisher bekommen Lehrer an Gymnasien mehrere Hundert Euro mehr im Monat als ihre Kollegen an Grund-, Haupt- und Realschulen. Valentin Ruckgaber, der unter anderem Chemie, Politik und Religion lehrt, empfindet das als „Geringschätzung“ seiner Arbeit, wie er am Mittwoch im Petitionsausschuss in Hannover sagte.

Der Lehrer hatte mit einer Petition binnen sechs Wochen mehr als 5000 Unterstützer gefunden, so dass sich der Landtag mit seiner Forderung auseinandersetzen muss. Eine Entscheidung gab es am Mittwoch aber noch nicht, der Ausschuss will das Thema weiter beraten.

Die Erfolgsaussichten für den Hauptschullehrer sind zweifelhaft, denn über eine ähnliche Petition hatte der Landtag erst Ende Februar abgestimmt: Damals forderten mehr als 30 000 Unterzeichner die Bezahlung nach der höheren Tarifstufe A13 für alle Lehrer. Die Regierung lehnte das jedoch trotz Kritik von Grünen und FDP ab.

Hauptschullehrer Ruckgaber argumentierte nun erneut, die ungleiche Bezahlung werde der Arbeit an den Schulen nicht gerecht. Zudem müssten Gymnasiallehrer weniger Unterrichtsstunden leisten.

Den Verweis der Landesregierung darauf, dass Grund-, Haupt- und Realschullehrer seit diesem Schuljahr bereits eine Zulage von knapp 100 Euro monatlich erhalten, ließ Ruckgaber nicht gelten. Während das Finanzministerium von einem „Symbol der Anerkennung“ sprach, bezeichnete er den Zuschlag als „höhnisches Trostpflaster“.

Nach Angaben des Kultusministeriums liegen die Kosten für die Zulage in diesem Jahr bei rund 13 Millionen Euro, im kompletten Jahr 2021 dann bei rund 31 Millionen Euro. Die Anhebung aller Lehrer auf die Tarifstufe A13 würde im Jahr mindestens 200 Millionen Euro kosten, hieß es in der Landtagsdebatte Anfang des Jahres von der CDU.


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