Atom Bürgerinitiative: Aus für Gorleben „schwarz auf weiß“ sehen

Von dpa

Wolfgang Ehmke, Sprecher Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg blickt in die Kamera.Wolfgang Ehmke, Sprecher Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg blickt in die Kamera.
picture alliance / Philipp Schulze/dpa/Archivbild

Berlin. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg hat verhalten auf das Aus für den Salzstock Gorleben bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager reagiert.

„Das wollen wir schwarz auf weiß sehen“, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Wolfgang Ehmke, am Montag. „Wir hatten die klare Erwartung, dass Gorleben in dem neuen Suchverfahren wegen der geologischen Mängel herausfallen müsste, und zwar bereits im ersten Schritt.“

Gorleben wird in einem Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung nicht als sogenanntes Teilgebiet ausgewiesen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Länderkreisen erfuhr. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet. Dafür sind dem Magazin zufolge nun erstmals bayerische Regionen auf der Liste möglicher Standorte. Den Bericht mit Regionen, die nach geologischen Kriterien für ein Endlager grundsätzlich in Frage kommen, stellt die Bundesgesellschaft für Endlagerung an diesem Montagvormittag in Berlin vor.

Wenn nach mehr als 40 Jahren ein Schlussstrich unter das Gorleben-Kapitel gezogen werde, bedeute das eine Chance, das Suchverfahren „wirklich unbelastet von den alten Querelen wissenschaftsbasiert und fair zu gestalten“, sagte Ehmke. „Unsere Befürchtung, Gorleben als Rückfalloption aus politischen Gründen im Spiel zu halten, wäre damit vom Tisch.“ Es gehe darum, giftigen und radioaktiven Müll sicher einzuschließen. Der Salzstock Gorleben erfülle die Voraussetzungen nicht: „Er liegt in einer tektonischen Störungszone, eine Vielzahl von Bohrungen lässt auf Gasvorkommen schließen“, sagte Ehmke. Auch fehle ein wasserabweisendes Deckgebirge über dem Einlagerungsgestein.

Am 4. Oktober werde an den Atomanlagen in Gorleben dennoch demonstriert werden, sagte Ehmke. „Das wird keine Jubelparty. Wir bringen uns solidarisch weiter in das Endlagersuchverfahren ein.“ Die Kritik am Suchverfahren sei nicht vom Tisch. Vor allem die Fachkonferenz Teilgebiete biete keine Möglichkeit einer echten Mitbestimmung. Nach langem Ärger um den Salzstock Gorleben wurde die Endlager-Suche komplett neu gestartet.


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