Agrar Trockenjahr: Landwirtschaftskammer zieht Erntebilanz

Von dpa

Ein Landwirt erntet Kartoffeln auf einem staubtrockenen Feld.Ein Landwirt erntet Kartoffeln auf einem staubtrockenen Feld.
Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Hannover. Auch in diesem Jahr war es in vielen Regionen Niedersachsens zu trocken für die Landwirtschaft, trotz kräftiger Regenfällen im Frühjahr. Die Landwirtschaftskammer zieht Bilanz - und nimmt auch den Naturschutz in den Blick.

Was die Witterung betrifft, war das Jahr 2020 ähnlich problematisch wie die beiden Vorjahre: Vielerorts war es zu trocken, mit entsprechenden Folgen für das Pflanzenwachstum. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zieht am heutigen Montag (11.00 Uhr) in Hannover eine Erntebilanz für die wichtigsten Ackerfrüchte.

Dabei will die Kammer auch die wachsende Bedeutung des Naturschutzes in den Blick nehmen, denn auch darauf müssen die Landwirtinnen und Landwirte verstärkt Rücksicht nehmen. Jüngst einigten sich Landvolk und Naturschützer mit der Landesregierung auf Gesetzesverbesserungen für mehr Natur-, Arten- und Gewässerschutz. Auch bei diesen Verhandlungen war die Landwirtschaftskammer intensiv beteiligt.

Bei den über den Sommer hinweg laufenden Erntearbeiten zeigte sich oft ein geteiltes Bild: Regenreiche Regionen standen relativ gut da, Bezirke mit viel Trockenheit hatten Schwierigkeiten. Bei der Kartoffelernte erwarten die Landwirte eine qualitativ gute Ernte bei einer durchschnittlichen Menge. Aufgrund der geringen Nachfrage wegen der Corona-Krise nach Pommes und anderen Tiefkühlprodukten sind die Preise im Keller, wovon die Endverbraucher profitieren.

Beim Weizen rechneten die Experten für dieses Jahr mit durchschnittlichen Erträgen mit großen regionalen Schwankungen bei den Erntemengen. In Regionen, in denen Regen fiel, war der Ertrag überdurchschnittlich, in Regionen mit wenig Niederschlag landete die Ernte wegen der Qualität und Menge eher in der Biogasanlage.

Auch bei der Maisernte dürften die Resultate geteilt sein. Wegen des geringen Niederschlags musste sie zum Teil um zehn Tage vorgezogen werden. Vielerorts stand der Mais laut Bauernverband aber sehr gut. Erwartet werden eine gute Qualität und eine ordentliche Ertragsmenge. Viele Bauern brauchen die neue Ernte sehr dringend, da nach zwei Dürrejahren kaum Futterreserven vorhanden seien. Experten rechneten zuletzt zwar mit deutlich besseren Erträgen als 2018 und 2019, nach der Sommertrockenheit jedoch bestenfalls mit einer durchschnittlichen Ernte.


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