Parteien Aufruf zur Geschlossenheit zum Start des AfD-Parteitags

Von dpa

Ein Plakat mit der Aufschrift „Rassismus ist keine Alternative“ wird hochgehalten.Ein Plakat mit der Aufschrift „Rassismus ist keine Alternative“ wird hochgehalten.
Swen Pförtner/dpa

Hannover. Gegendemonstranten haben den Start des AfD-Landesparteitags verzögert. Dort geht es um die Wahl des Vorstands. Landeschefin Guth tritt gegen vier Herausforderer an. Es geht auch um die Kursausrichtung der Partei.

AfD-Bundesparteichef Tino Chrupalla hat den niedersächsischen Landesverband zum Start des Landesparteitags in Braunschweig zur Geschlossenheit aufgerufen. „Glaubt mir, eine zerstrittene Partei wählt niemand“, sagte Chrupalla am Samstag noch vor dem offiziellen Beginn des Parteitags, der sich wegen Gegendemonstranten um zweieinhalb Stunden verspätete. „Hört auf mit dem Lagerdenken und kommt zusammen.“ Auch der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen sprach zu den Delegierten.

Bei den Vorstandswahlen auf dem Parteitag tritt die Landesvorsitzende Dana Guth zur Wiederwahl an. Es gibt vier Gegenkandidaten. Als stärkster Herausforderer gilt der Bundestagsabgeordnete Jens Kestner, der dem offiziell aufgelösten, völkisch-nationalistischen „Flügel“ zugerechnet wird. Außerdem kandidieren der Bundestagsabgeordnete Dietmar Friedhoff sowie die Landtagsabgeordneten Christopher Emden und Stefan Wirtz. So manchem in der AfD ist Guth (50) offenbar zu moderat.

Guth forderte in ihrer Eröffnungsrede ein Ende der Schlammschlachten, die es vor dem Parteitag gegeben habe. „Egal wer hier gewählt wird, alle Kandidaten sind im Vorfeld schon beschädigt worden.“ Solche Dinge müssten aufhören. Guth mahnte einen vernünftigen Umgang und eine konstruktive Zusammenarbeit an. Ende 2017 zog die AfD, nachdem sie bei der Landtagswahl auf 6,2 Prozent gekommen war, erstmals mit neun Abgeordneten in den niedersächsischen Landtag ein. Guth ist dort auch Fraktionsvorsitzende.

Hunderte Demonstranten hatten Anfahrtswege zu dem Tagungsort am Stadtrand blockiert, und es kam zu Konfrontationen mit der Polizei. Die Polizei sperrte den Zugang zu dem Tagungsgelände weiträumig ab. Bereits auf den Anfahrtswegen blockierten Demonstranten mit Transparenten die Straßen, mutmaßliche Parteitagsteilnehmer wurden von vermummten Gegnern aggressiv angegangen. Die Polizei rückte mit Pferden und Mannschaftswagen an. Wie die Polizei mitteilte, gab es körperliche Angriffe auf Delegierte und Beamte. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein.


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