Agrar Niedersachsens Winzer spüren Trockenheit und Frost

Von dpa

Trauben hängen an einer Weinrebe.Trauben hängen an einer Weinrebe.
Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Bad Iburg. Der Weinanbau in Niedersachsen ist gerade dabei, Fuß zu fassen. Da machen widrige Wetterbedingungen es den Neuwinzern in einigen Regionen nicht leicht.

Die rund 20 Winzer in Niedersachsen haben in diesem Jahr vor allem mit Trockenheit und Frost zu kämpfen gehabt. „Genau zu den Eisheiligen Mitte Mai hatten wir einen Spätfrost-Einbruch“, sagte Jan Brinkmann, Vorsitzender des niedersächsischen Winzerverbandes, in Bad Iburg. Zum Teil seien die schon gut entwickelten Triebe komplett abgefroren: „Einige Winzer hat das schon hart getroffen.“ Auch die Trockenheit habe zum Teil für große Schäden gesorgt. Vor allem im Osten Niedersachsens in der Lüneburger Heide und Rotenburg habe es zu wenig Regen gegeben. So sei die in diesen Wochen beginnende Weinlese in Niedersachsen sehr durchwachsen: Sie reiche vom Totalausfall bis zu einer relativ guten Ernte.

Bei dem Ziel, ein niedersächsisches Landweingebiet zu etablieren, um den Wein mit einer regionalen Kennzeichnung vermarkten zu können, sei der Verband bislang noch nicht weitergekommen, sagte Brinkmann. Das habe zwei Gründe: Die Verbandsarbeit habe coronabedingt nicht so geleistet werden können wie noch im Januar geplant: „Man ist gar nicht in die Arbeitsphase reingekommen.“

Der zweite Grund sei, dass er und seine Kollegen erst die Verabschiedung des neuen Weinbaugesetzes abwarten wollten. Das sei zwar vor einigen Tagen geschehen, es gebe aber immer noch keine Verordnung zum Weingesetz, sagte Brinkmann. Er räumte ein, dass sich für die Winzer in Niedersachsen nicht viel geändert habe. Die Neuerungen des Gesetzes beträfen eher den Spitzenweinbereich. „Uns geht es ja erst einmal darum, dass Niedersachsen als Qualitätsanbaugebiet anerkannt wird.“ Er denke, dass der Verband über die Wintermonate die Zeit finde, sich damit zu beschäftigen.

Für seinen Betrieb rechne er mit einer guten Ernte, da seine Weinreben relativ gut durch den Spätfrost gekommen seien und sein Weinberg im Teutoburger Wald nicht so stark von Trockenheit betroffen gewesen sei, sagte Brinkmann. „Es kommt auf den Standort an. Bei uns rechne ich mit einer sehr großen Ernte und hoffe auf eine gute Qualität.“ Er selber plane bislang, Mitte September mit der ersten Lese in diesem Jahr zu beginnen.

Erst seit 2016 gibt es die Möglichkeit, in Niedersachsen professionell Wein anzubauen. Damals bekam das Land erstmals Anbaurechte vom Bund. Im Jahr 2020 wuchs die Weinanbaufläche in Niedersachsen um 2,7 Hektar auf 24,5 Hektar, sagte eine Sprecherin des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg. Bei den neu beantragten Flächen haben die Winzer drei Jahre Zeit, diese mit Rebstöcken zu bepflanzen.


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